24 Tote bei Anschlag auf Wahlkampfbüro in Kabul

29. Juli 2019, 09:46 Uhr
Die Zahl der Opfer ist nach dem Angriff vom Sonntag auf das Büro des afghanischen Vizepräsidentenkandidaten Amrullah Saleh in der Hauptstadt Kabul drastisch gestiegen.
Die Zahl der Opfer ist nach dem Angriff vom Sonntag auf das Büro des afghanischen Vizepräsidentenkandidaten Amrullah Saleh in der Hauptstadt Kabul drastisch gestiegen.
© KEYSTONE/EPA/JAWAD JALALI
Die Zahl der Todesopfer ist nach dem Angriff auf das Büro des afghanischen Vizepräsidentenkandidaten Amrullah Saleh in der Hauptstadt Kabul am Sonntag drastisch angestiegen. Mindestens 24 Menschen seien getötet worden, teilte das Innenministerium am Montag mit.

Zudem seien weitere 50 Personen verletzt worden. Unter den Getöteten seien vier Polizisten und vier Angreifer. Am Vorabend hatte das Gesundheitsministerium noch von zwei Toten gesprochen.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Sonntag, dem ersten Tag des Präsidentschaftswahlkampfes in Afghanistan, erst eine Autobombe in der Nähe des Büros der Partei «Green Trend» von Saleh gezündet. Daraufhin waren drei Angreifer in das fünfstöckige Gebäude eingedrungen. Erst nach mehr als sechs Stunden erklärten die Sicherheitskräfte den Angriff für beendet. Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Rund 150 Menschen seien aus dem Gebäude gerettet worden, darunter Saleh, hiess es in der Erklärung weiter. Bilder zeigten den Politiker mit leichten Blutspuren am Oberarm. Saleh ist der Kandidat von Präsident Aschraf Ghani für das Amt des Vizepräsidenten. Die Wahl soll am 28. September stattfinden.

Der Zeuge Edschas Maliksada sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe sich um einen «direkten Anschlag gegen das Büro der AGT» gehandelt. «Ich habe drei Explosionen und danach Schüsse gehört», sagte er weiter. In den Online-Diensten kursierten Aufnahmen, auf denen eine dichte Rauchwolke zu sehen war.

Es war der 15. grössere Anschlag in Kabul in diesem Jahr. Dabei sind fast 100 Menschen getötet und fast 600 Menschen verletzt worden. Die Anschläge reklamierten teils die radikalislamischen Taliban für sich, teils die Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Quelle: SDA
veröffentlicht: 29. Juli 2019 06:35
aktualisiert: 29. Juli 2019 09:46