300 Jahre Liechtenstein ist gelungen

23. Januar 2019, 19:00 Uhr
Im Fürstentum Liechtenstein haben am Mittwoch die Bevölkerung, die Politik und das Fürstenhaus mit den Feierlichkeiten zum 300 Jahre-Jubiläum begonnen. Der erste Tag war gleich einer der wichtigsten des Geburtstagsjahres. Es war der 23.

Januar 1719, als der römisch-deutsche Kaiser Karl VI die kleine Alpenmonarchie am Rhein in den Status eines Reichsfürstentums hob. Seither sind die ehemalige Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg als Fürstentum Liechtenstein Teil der europäischen Landkarte.

Ein paar Jahre zuvor hatte Fürst Johann Adam I. von Liechtenstein den Grafen von Hohenems die beiden Territorien abgekauft. Ziel war nicht die Gründung eines Staates. Vielmehr waren Vaduz und Schellenberg für die von und zu Liechtenstein Voraussetzung dafür, mit Sitz und Stimme in den damaligen Reichsfürstenrat einzuziehen.

Es dauerte längere Zeit, bis sich die neuen Herren selber am Alpenrhein blicken liessen. Alois II. war 1842 der erste regierende Fürst, der das arme kleine Land besuchte. Der erste Fürst, der Wohnsitz im Fürstentum nahm, war 1938 Franz Josef II. kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges.

Das Fürstentum Liechtenstein könne auf insgesamt sehr glückliche 300 Jahre zurückblicken, sagte Erbprinz Alois am Mittwoch am grossen Festakt in Schaan vor rund 450 Gästen gemäss Redetext. Liechtenstein sei es noch nie so gut gegangen wie heute.

Es gebe nur ganze wenige Staaten, die seit 300 Jahren friedlich in den selben Grenzen lebten, erklärte der Erbprinz, der die Staatsgeschäfts Mitte August 2004 von seinem Vater, Fürst Hans-Adam II., übernommen hatte.

Als einen von mehreren Erfolgsfaktoren bezeichnete der Thronfolger die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn. Sie sei insbesondere in den Bereichen höhere Bildung und Gesundheit nötig, um Leistungen auf hohem Niveau sicherzustellen.

Die Zukunft sei voller Herausforderungen: «Nutzen wir die Chancen des Jubiläumsjahres, indem wir im bewährten Miteinander von Volk und Fürstenhaus für die kommenden Jahre grundlegende Schritte setzen.»

Glückwünsche zum Geburtstag erreichten das Fürstentum und seine 38'000 Bewohnerinnen und Bewohner unter anderem aus dem benachbarten Ausland. Bundespräsident Ueli Maurer gratulierte, aus Österreich meldete sich Bundeskanzler Sebastian Kurz und aus Deutschland Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Den Auftakt bildete am Morgen bei eisiger Kälte ein Geburtstagsmarsch, an dem sich 900 Personen aus allen elf Gemeinden beteiligten. Ihr Ziel war der Scheidgraben in Schaan, der die beiden Landesteile verbindet, das Unterland und das Oberland, die als geografische Begriffe im Ausland kaum bekannt sind. Der Marsch symbolisierte die Vereinigung der beiden Landesteile.

Die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag prägen mehr oder weniger das ganze Jahr. Ein besonderer Höhepunkt steht am Staatsfeiertag, dem 15. August, auf dem Programm. Der gesamten Bevölkerung, zahlenmässig in etwa vergleichbar mit jener der Stadt Chur, soll die Möglichkeit gegeben werden, auf einen Platz die Jubiläumsfeier zu begehen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 23. Januar 2019 18:30
aktualisiert: 23. Januar 2019 19:00