Abholzung weltweit deutlich verlangsamt

René Rödiger, 7. September 2015, 11:00 Uhr
Ein Polizist betrachtet den Krater einer verlassenen Goldmine in Peru, zu deren Erstellung Waldbestände illegal abgeholzt worden waren. Während in Europa und Asien die Wälder wachsen, schrumpfen sie laut UNO in Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Ozeanien weiter (Archiv)
Ein Polizist betrachtet den Krater einer verlassenen Goldmine in Peru, zu deren Erstellung Waldbestände illegal abgeholzt worden waren. Während in Europa und Asien die Wälder wachsen, schrumpfen sie laut UNO in Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Ozeanien weiter (Archiv)
© /AP/RODRIGO ABD
Die Abholzung der Wälder hat sich in den vergangenen Jahren verlangsamt. Zu diesem Schluss kommt die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in ihrem am Montag veröffentlichten Weltwaldbericht.

Demnach verringerten sich die Waldflächen weltweit in den 90er Jahren um jährlich 0,18 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren betrug der Nettoverlust noch 0,08 Prozent pro Jahr. FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva sprach von einem "sehr ermutigenden Trend".

Nach dem Bericht der Welternährungsorganisation, der am Montag von da Silva und Südafrikas Präsident Jacob Zuma bei einem Kongress in Durban vorgestellt werden sollte, gab es 2015 noch 3,999 Milliarden Hektar Wald auf der Welt. Das entspricht 30,6 Prozent der Landfläche des Planeten.

Dies bedeutet einen Netto-Rückgang um 129 Millionen Hektar (1,29 Mio. Quadratkilometer) seit dem Jahr 1990 - so gross ist etwa das Staatsgebiet Südafrikas. Während aber in Europa und Asien die Wälder wachsen, schrumpfen sie in Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Ozeanien weiter.

Den meisten Wald gibt es demnach in Russland. Im grössten Land der Erde sind knapp 815 Millionen Hektar bewaldet. An zweiter Stelle steht Brasilien mit knapp 494 Millionen Hektar. Doch der südamerikanische Riese ist zugleich der grösste Waldvernichter mit einem gemeldeten Verlust von jährlich 984'000 Hektar im Zeitraum 2010 bis 2015.

Auf der Negativliste folgen Indonesien und Myanmar. Dagegen steht China mit gut 1,5 Millionen Hektar pro Jahr an oberster Stelle der Aufforster, gefolgt von Australien und Chile.

Laut FAO wurden für die neueste Ausgabe der alle fünf Jahre erscheinenden Studie 234 Länder beziehungsweise Territorien ausgewertet. Der diesjährige Report komme zu einem entscheidenden Zeitpunkt, an dem die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) für 2030 definiert würden, sagte da Silva. Er sei auch wichtig mit Blick auf die Klimakonferenz in Paris im Dezember. Wälder speichern grosse Mengen Kohlenstoff und tragen erheblich zur Luftqualität bei.

Zu einer weniger zuversichtlichen Einschätzung als die FAO kam am vergangenen Mittwoch die US-Online-Plattform Global Forest Watch (GFW). Sie meldete, die Erde habe 2014 rund 18 Millionen Hektar Wald verloren, was der grösste Jahresverlust seit 2001 sei.

Nach Angaben des Weltressourceninstituts (WRI) werden Wälder vor allem gerodet, um Flächen zur Gewinnung von Rohstoffen wie Gummi und Palmöl sowie für Rinderfarmen und Sojaanbau zu schaffen.

René Rödiger
Quelle: SDA
veröffentlicht: 7. September 2015 10:49
aktualisiert: 7. September 2015 11:00