Frankreich

Am Eiffelturm werden die Lichter jetzt früher ausgeknipst

13. September 2022, 19:44 Uhr
Bislang leuchtete der Eiffelturm in Paris bis tief in die Nacht, aber künftig gehen die Lichter wegen der Energiekrise bereits um 23.45 Uhr aus. Auch in Berlin oder Wien leuchten die Wahrzeichen künftig deutlich kürzer.
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Das ist Teil des am Dienstag beschlossenen Energiesparplans der französischen Hauptstadt, teilte Bürgermeisterin Anne Hidalgo mit. Bisher erstrahlte der Eiffelturm bis nachts um ein Uhr, wobei jeweils zur vollen Stunde die Lampen an dem Wahrzeichen blinken. Diesen Moment passen Touristen gerne ab. Die Beleuchtung an den übrigen öffentlichen Gebäuden – wie etwa dem Rathaus – wird künftig um 22 Uhr ausgeschaltet. Das gilt ab dem 23. September. Die sonstige Strassenbeleuchtung werde aus Sicherheitsgründen nicht eingeschränkt.

Welche Wahrzeichen werden nachts auch nicht mehr beleuchtet? Schick uns deine Bilder davon: 

Herunterfahren will Paris ausserdem die Heizung in öffentlichen Gebäuden, davon ausgenommen sind Kindergärten und Altenheime. In Verwaltungsgebäuden soll die Heizperiode einen Monat später beginnen. Wie die Bürgermeisterin erklärte, liegen 96 Prozent des Energieverbrauchs in Paris nicht in öffentlicher Hand. Deswegen wolle die Stadt die wirtschaftlichen Akteure mobilisieren, damit diese ihren Verbrauch um mindestens zehn Prozent senken.

Auch Wien schaltet die Lichter früher ab

Wien ist derzeit an der Finalisierung eines Massnahmeplans, heisst es aus dem Büro des Stadtrats ­Peter Hanke. Die Beleuchtung von historischen Gebäuden soll eingeschränkt werden, weitere Details gibt es aber noch nicht. Klar hingegen ist, dass die Weihnachtsbeleuchtung unter anderem auf der Ringstrasse ausgesetzt wird. Und auch am Christkindlmarkt am Rathausplatz werden die Lichter eine Stunde später leuchten.

Wien ist allerdings nicht alleine in Österreich. Die Beleuchtung wurde auch bereits in anderen österreichischen Städten eingeschränkt. So will Innsbruck an 34 Standorten die Beleuchtung an Kirchen, Denkmälern und öffentlichen Gebäuden regulieren. Linz hatte bereits Ende Juli angekündigt, die Lichter an öffentlichen Gebäuden nur begrenzt an zu machen.

Beliebte deutsche Wahrzeichen bleiben dunkel

Ein dunkles Königschloss dient als Symbol des Energiesparens. Die beiden berühmtesten Wahrzeichen Bayerns, Neuschwanstein und Hohenschwangau, werden nachts nicht mehr angestrahlt. Seit Anfang August sei die Beleuchtung aus, so Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke zum «Merkur». Und auch in Berlin wurde der Stecker bereits gezogen. Wahrzeichen wie die Siegessäule, der Berliner Dom oder der Lustgarten werden nicht mehr beleuchtet. An insgesamt 200 Objekten sollen nach und nach die Strahler abgeklemmt werden. Viele Landeshauptstädte lassen bereits ihre Rathäuser nachts im Dunkeln liegen, darunter Potsdam, Hannover, Saarbrücken, Stuttgart, Wiesbaden und München.

Und die Schweiz? 

Die Stadt Bern will das Münster nachts nicht mehr beleuchten und auch in Zürich hat der Stadtrat beschlossen, die Beleuchtung öffentlicher Gebäude zu reduzieren. Und auch weitere Schweizer Städte wollen diesem Beispiel folgen. So zieht unter anderem die Stadt Baden im Falle einer Strommangellage die Einstellung der Anstrahlbeleuchtung in Betracht.

(sda/sib)

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. September 2022 19:43
aktualisiert: 13. September 2022 19:44