Deutschland - Türkei

Aus Türkei abgeschobene Frau nach Ankunft festgenommen

18. Januar 2020, 06:59 Uhr
Auf dem Frankfurter Flughafen ist am Freitag eine Maschine mit einer Frau eingetroffen, die die Türkei wegen IS-Kontakten abgeschoben hatte. Sie und ihre zwei Kinder wurden verhaftet.
© KEYSTONE/DPA/BORIS ROESSLER
Seit Wochen schiebt die Türkei Menschen mit angeblichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer ab. Am Freitagabend landet eine mutmassliche IS-Anhängerin mit drei Kindern in Frankfurt. Gegen sie liegt ein Haftbefehl vor.

Eine aus der Türkei abgeschobene mutmassliche Anhängerin der Terrormiliz IS ist am Freitagabend nach ihrer Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage.

Die 29 Jahre alte Frau aus dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz traf nach Informationen der DPA mit einem fünfjährigen Jungen und zwei Mädchen im Alter von zwei Jahren an Bord einer deutschen Maschine aus Istanbul ein. Gegen sie lag den Angaben zufolge ein Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Mitarbeiter des Jugendamtes nahmen die Kinder in Obhut.

Die Türkei schiebt seit Wochen Menschen mit angeblichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer ab. Das türkische Militär hatte am 9. Oktober im Norden Syriens nahe der Grenze zur Türkei eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die von der türkischen Regierung als Terrororganisation betrachtet wird. Dabei wurden offiziellen Angaben zufolge auch 287 Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen.

Erst Mitte der Woche hatte die Türkei eine als "Terroristenkämpferin" bezeichnete Frau aus Norderstedt nach Deutschland abgeschoben. Sie landete am Mittwochabend auf dem Hamburger Flughafen. In dem Flieger aus Istanbul sassen auch ihre beiden Söhne im Alter von zwei und vier Jahren.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. Januar 2020 00:25
aktualisiert: 18. Januar 2020 06:59