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Deutschland

Auslieferung von Biontech/Pfizer-Impfstoff in USA beginnt

13. Dezember 2020, 12:40 Uhr
Nach einer Notzulassung durch die Gesundheitsbehörde FDA läuft die Auslieferung von Corona-Impfstoffen des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer in den USA an.
ILLUSTRATION - Die Logos der US-Arzneimittelbehörde FDA sowie des Pharma-Unternehmens Pfizer. Foto: Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
© Keystone/SOPA Images via ZUMA Wire/Pavlo Gonchar

Das Frachtunternehmen FedEx teilte am Sonntag mit, seine Tochter FedEx Express beginne mit dem Transport des mit Trockeneis tiefgekühlten Impfstoffs.

Der FDA-Chef Stephen Hahn nannte die Notfallzulassung einen «bedeutenden Meilenstein im Kampf gegen diese verheerende Pandemie». Biontech-Mitgründer Ugur Sahin sagte, die Zulassung und der anstehende Einsatz des Impfstoffes würden «helfen, Leben überall in den USA zu retten, und die Rückkehr zur Normalität beschleunigen».

Medienberichten zufolge soll das Weisse Haus die FDA mit Drohungen der Entlassung zur umgehenden Notfallzulassung gedrängt haben. FDA-Chef Hahn wies dies am Samstag zurück. «Wissenschaft und Daten haben die Entscheidung der FDA gelenkt», sagte er. US-Präsident Donald Trump hatte die Behörde als «grosse, alte, langsame Schildkröte» bezeichnet. Er versprach seinen Landsleuten auf Twitter erste Impfungen noch am Wochenende. Der für die Impflogistik zuständige Experte des Weissen Hauses, Gustave Perna, sagte jedoch, dass erst ab diesen Montag geimpft werde.

Pfizer und Biontech hatten auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung des Corona-Impfstoffs beantragt; eine Entscheidung darüber steht noch aus. Bereits Anfang des Monats hatten die britischen Behörden diesem Präparat eine Notfallzulassung erteilt. Kanada, Bahrain, Saudi-Arabien und Mexiko folgten. Russische und chinesische Impfstoffe sind bereits in mehreren Ländern im Einsatz.

Der Republikaner Trump hatte die Wahl in den USA am 3. November gegen den Demokraten Joe Biden verloren. Das führen Experten auch auf Trumps vielfach kritisiertes Pandemiemanagement zurück. Biden will nach seiner Vereidigung am 20. Januar einen 100-Tage-Plan zum Kampf gegen das Coronavirus umsetzen. Dazu gehört die Verabreichung von mindestens 100 Millionen Dosen eines Impfstoffs in dieser Frist.

Die Pandemie ist in den USA weiterhin ausser Kontrolle. Bisher haben sich mehr als 16 Millionen Menschen infiziert. Am Samstag verzeichnete die Johns-Hopkins-Universität (JHU, Baltimore) 2368 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion. Der Höchstwert war am Freitag mit mehr als 3300 Toten registriert worden. Insgesamt starben damit 297 837 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die US-Regierung hat sich vertraglich die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen von Pfizer/Biontech gesichert. Der US-Pharmakonzern Moderna teilte am Freitag mit, die US-Regierung kaufe weitere 100 Millionen Dosen seines Impfstoff-Kandidaten. Diese Dosen würden im zweiten Quartal 2021 geliefert. Der Moderna-Impfstoff muss von der FDA noch zugelassen werden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Dezember 2020 12:35
aktualisiert: 13. Dezember 2020 12:40