Überprüfung

Australien prüft Gesichtserkennung für Pornos

6. November 2019, 17:20 Uhr
Pornografisches Material kann allzu leicht aus dem Internet heruntergeladen werden.
«Big Brother is watching you»
© Fotalia/James Blinn
Damit Minderjährige nicht an Pornos oder auf Glücksspielseiten gelangen, möchte das australische Innenministerium die Gesichtserkennung einführen. Damit soll die Identität der Person überprüft werden, bevor Inhalte für Erwachsene angezeigt werden.

Für die Gesichtserkennung soll ein System genutzt werden, dass bisher zur Bekämpfung von Identitätsdiebstahl genutzt wurde. Es enthält Fotos von australischen Bewohnern, die zu Identifikationszwecken, wie einem Führerschein oder Reisepass, aufgenommen wurden. Dieses Erkennungssystem soll verwendet werden, um Personen, die sich im Internet Pornos anschauen wollen, zu überprüfen. 

Grossbritannien ermöglicht Zugriff auf sensible Daten

Wie «mic.com» schreibt, versuchte Grossbritannien 2017 eine Methode zur Altersüberprüfung zu finden. Das Land hat geplant, dass alle Pornoseiten eine Reihe von Altersüberprüfungsdiensten von Drittanbietern haben müssen. Die Nutzer müssen dann bei der Anmeldung für eine Pornoseite ein Formular ausfüllen und eine Kopie des Führerscheins oder Reisepasses einsenden. Grossbritannien ermöglicht damit Drittfirmen den uneingeschränkten Zugriff auf äusserst sensible Benutzerdaten.

Aus Sicht des Datenschutzes sind beide Lösungen schlecht: Niemand möchte, dass er in solchen privaten Momenten vom Staat überwacht wird. Trotzdem ist es so, dass die Altersüberprüfung auf den meisten Webseiten nutzlos und ineffektiv ist. 

Ausweitung der Aufklärungsdienste als Lösung

Eine Studie aus dem Jahr 2010 hat gezeigt, dass in hunderten von pornografischen Videos 88,2 Prozent körperliche Aggressionen gegenüber Frauen gezeigt wird. Vor allem für junge Männer sind Pornos eine Form der Aufklärung. Wenn sie sich auf solche Videos verlassen, die oft mit Extremen spielen und keine Einverständniserklärungen enthalten, kann dies zu Missverständnissen führen. Das seien zwar Gründe, junge Leute von Pornos fernzuhalten, doch es gebe bessere Lösungen als das Überprüfungssystem der australischen Regierung, meint «mic.com».

Ein besserer Ansatz sei die Ausweitung der Aufklärungsdienste, die den Kindern und Jugendlichen ein gesundes Verständnis von Sex vermitteln sollen. 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. November 2019 19:15
aktualisiert: 6. November 2019 17:20