Oberster Antimafia-Bekämpfer

«Besonders beunruhigend ist die Präsenz der ’Ndrangheta»

23. November 2022, 12:47 Uhr
Der italienische Antimafia-Staatsanwalt Giovanni Melillo machte seine erste Amtsreise in die Schweiz. Grund dafür: Er will die Schweiz für die Mafia unattraktiv machen und in solchen Angelegenheiten enger mit Italien zusammenarbeiten.
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In der Schweiz gibt es 'Ndrangheta-Mitglieder, die gewaltsame Einschüchterungs-Aktionen in verschiedenen Orten Italiens durchführen. Dazu gebe es klare Hinweise, wie der italienische Antimafia-Staatsanwalt Giovanni Melillo gegenüber SRF sagt.

Schweiz als Basis genutzt

Mellilo ist erst seit letztem Sommer im Amt. Seine erste Auslandsreise führte ihn am Mittwoch nach Bern. Dort traf er Stefan Blätter von der Bundesanwaltschaft zum Austausch – aus Sicherheitsgründen wurde das Treffen geheim gehalten. Ziel des Treffens: Die Schweiz und Italien sollen zukünftig enger in Mafia-Angelegenheiten zusammenarbeiten.

Vorgesehen ist, dass solche Treffen zweimal im Jahr stattfinden Grund dafür: Die Mafia soll zunehmend die Schweiz als Basis für illegale Aktivitäten nutzen. «Besonders beunruhigend ist die Präsenz der ’Ndrangheta in der Schweiz», wie Mellilo gegenüber SRF sagt.

Bessere Datenaustausch

Die Zusammenarbeit für die Schweiz ist laut Blättler unter anderem wichtig, weil es sich nicht nur um Personen handelt, die aus Italien zugewandert sind. Teilweise hätten sie den Schweizer Pass und seien gut integriert.

Das wiederum erschwere die Ermittlungen und die Kooperation mit Italien könne dabei helfen, die Personen zu finden. Jedoch müsse sich auch innerhalb der Schweiz etwas ändern – vor allem im Datenaustausch zwischen den Kantonen. Auch fordert er ein einheitliches Erfassungssystem.  «Ohne dieses System sind wir teilweise blind und das können wir uns auf Dauer sicher nicht leisten.»

(joe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 23. November 2022 12:46
aktualisiert: 23. November 2022 12:47