Deutschland

Biberbau bekommt eigenen Standort auf Google Maps

20. Januar 2020, 06:56 Uhr
Der Biberbau am Eppinger Damm ist jetzt auch auf Google Maps zu finden.
© Google Maps/Melanie Lederer
Da war eine Biberfamilie ganz schön fleissig: Bei Heilbronn hat ein Biberdamm einen eigenen Eintrag auf Google Maps erhalten. Wegen des Biberdamms ist dort ein neues Gewässer entstanden, die Gemeinde kümmert sich nun um dessen Schutz.

Mit einem überaus erfolgreichen Dammbau haben es fleißige Biber in der Nähe von Eppingen (Kreis Heilbronn) bis auf den Online-Kartendienst Google Maps geschafft. Auf dem rund um den Damm entstandenen See haben sich mittlerweile Enten angesiedelt, ein eigenes handgemachtes gelbes Ortsschild verweist auf den «Bibersee» und die Beamten der Stadt entwerfen ein Konzept für das Gewässer.

Damm reguliert den Wasserstand

Der See war nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart durch den Rückstau des Dammes am kleinen Hilsbach entstanden. Weil der Damm den Wasserstand an der Lebensstätte der Biber reguliere, habe er für diese eine schützende Funktion, sagte Frank Edlinger, der bei der Stadt Eppingen für die Biotopvernetzung zuständig ist. Zuerst hatte die «Heilbronner Stimme» über den «Bibersee» berichtet.

Ausgerotteter Biber ist zurück

Für die Region sind Biber nichts Neues: «Der einst ausgerottete Biber ist zurück, er breitet sich aus und er hat noch nicht alle Gewässer besetzt», sagt Uwe Genzwürker, der Naturschutzbeauftragte im Heilbronner Landratsamt. Ein Problem stelle er derzeit aber noch nicht da, auch nicht am «Bibersee». Mit einem Drainagerohr könne der Wasserstand am Biberdamm reguliert werden. Er dürfe aber nicht beliebig gesenkt werden: «Die Biberburg muss funktionsfähig und zum Schutz vor Feinden unter Wasser bleiben», sagt Edlinger.

Nach Einschätzung der Stadt Eppingen könnte die Biberfamilie, die derzeit an der Landstraße zwischen Eppingen und Elsenz lebt, zuvor am nahe gelegenen Bruchgrabensee zwischen Adelshofen und Elsenz heimisch gewesen, von dort aber fortgezogen sein. Genzwürker rechnet allerdings nicht damit, dass die Bibergruppe so schnell weiterzieht. Auf dem überfluteten Feld wüchsen Zuckerrüben - «und so ein Biber hat ein feines Gespür dafür, wie er seinen Lebensraum gestalten kann».

Quelle: dpa
veröffentlicht: 20. Januar 2020 06:56
aktualisiert: 20. Januar 2020 06:56