Clinton zeigt sich nach Niederlage gefasst

Claudia Amann, 9. November 2016, 19:17 Uhr
Hillary Clinton, die als Kandidatin der Demokraten für die US-Präsidentschaft angetreten war, hat am Mittwochmittag (Ortszeit) ihre Wahlniederlage vor einem gespannten Publikum in New York eingestanden.

Clinton liess ihr Publikum zwei Stunden lang warten. Doch dann war es soweit: Sie stieg mit Ehemann Bill und Tochter Chelsea aufs Podest und hielt ihre Rede an die Nation. Gefasst, aber auch sehr müde wirkte die ausgebildete Juristin. Eingeleitet wurde die Rede von Tim Kaine, dem designierten Vizepräsidenten unter Clinton.

Die Nation sei tiefer gespalten, als sie glaubte, sagte die 69-Jährige. Natürlich sei das Wahlergebnis nicht das erwünschte. «Das ist sehr schmerzhaft, und das wird es lange bleiben», so Clinton. Doch es gehe nicht um sie, sondern um das Land.

Die unterlegene Demokratin hat Donald Trump ihre Zusammenarbeit zum Wohle der USA angeboten. Angesichts einer tief geteilten Gesellschaft sei es nun geboten, zusammenzustehen, sagte sie. Man müsse gemeinsam klar machen, dass der amerikanische Traum gross genug für jedermann sei. «Unsere Verantwortung als Bürger liegt darin, an einem besseren Amerika mitzuarbeiten».

«Donald Trump wird unser nächster Präsident sein», sagte Clinton weiter. Das müsse akzeptiert werden. Eine friedliche Übergabe der Macht werde nicht nur akzeptiert, sondern sogar zelebriert. «Ich hoffe, dass er ein erfolgreicher Präsident für alle Amerikaner sein wird», so die Demokratin.

«Hört nie auf, daran zu glauben, dass der Kampf für das, was richtig ist, den Aufwand wert ist», rief Clinton noch ihrem Wahlkampfteam zu. Sie lobte den Fleiss der Wahlhelfer und bedankte sich bei den Spendern. «Wir haben die Glasdecke nicht zertrümmern können», meinte sie mit Blick auf ihr Ziel, erste Präsidentin der USA zu werden. «Aber irgendwann wird es jemand tun, hoffentlich früher als später.»

Man solle nie aufhören, für etwas zu kämpfen, an das man glaube. «Lasst den Mut nicht sinken, es gibt noch so viel zu tun», machte Hillary Clinton in der sehr emotionalen Rede klar. Die 69-Jährige wurde von ihren Anhängern mit tosendem Beifall verabschiedet. Ex-Präsident Bill Clinton hatte Mühe, seine Tränen zurückzuhalten.

(red.)

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Claudia Amann
veröffentlicht: 9. November 2016 18:30
aktualisiert: 9. November 2016 19:17