Messerattacken in Kanada

Der letzte Täter nun auch tot

8. September 2022, 07:25 Uhr
Drei Tage nach einer Serie von Messerangriffen mit zehn Toten in Kanada hat die Polizei den einzig verbliebenen Mordverdächtigen festgenommen – und musste kurz nach seiner Festnahme für tot erklärt werden.
Fahrzeuge der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) in der Provinz Saskatchewan. Foto: Heywood Yu/The Canadian Press via AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
© Keystone/The Canadian Press via AP/Heywood Yu

Der 30-Jährige sei am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in der Nähe des Dorfes Rosthern in der Provinz Saskatchewan festgenommen worden, teilten die Ermittler mit. Der Mann soll zusammen mit seinem Bruder für die Bluttaten im Reservat James Smith Cree First Nation und im Dorf Weldon verantwortlich sein. Beide sind nun tot.

Immer wieder straffällig

Die Leiche des älteren Bruders wurde am Montag gefunden und wies laut Polizei Verletzungen auf, die er sich vermutlich nicht selbst zugefügt hatte. Nach des Festnahme des jüngeren Mannes am Mittwoch, teilte die Polizei wenige Stunden später mit, der 30-Jährige sei nach einem „medizinischen Notfall“ im Krankenhaus gestorben.

Am Dienstag wurde bekannt, dass der jüngere Bruder schon seit mehr als zwei Jahrzehnten «ohne grössere Unterbrechungen» immer wieder straffällig geworden war. Als Erwachsener sei er über Jahre hinweg in insgesamt 59 Punkten verurteilt worden, darunter Tätlichkeiten, Gewaltdrohungen und Diebstähle, heisst es in einer Bewährungsakte vom Februar, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Mann kämpfe seit seiner späten Kindheit mit Alkohol- und Drogenproblemen und habe schon im Alter von 14 Jahren mit dem Konsum von Kokain begonnen.

Schlimmstes Attentat in Kanada seit Jahren

Die zwei Brüder sollen für die Bluttaten im Reservat James Smith Cree First Nation und im Dorf Weldon verantwortlich sein, bei denen am Sonntag zehn Menschen getötet und 18 verletzt worden waren. Die Hintergründe der Messerattacken sind nach wie vor unbekannt - „und werden womöglich nie geklärt werden“, wie eine Polizeisprecherin nach dem Tod des zweiten Mordverdächtigen auf einer Pressekonferenz sagte, wie «Focus» schreibt. Zu den genauen Umständen seines Todes äußerte sie sich trotz wiederholter Nachfragen nicht.

(sda / joe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 8. September 2022 07:26
aktualisiert: 8. September 2022 07:26
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