Unterhaltungsindustrie

Disney macht weiterhin Verlust - Streaming-Geschäft überzeugt aber

13. November 2020, 05:31 Uhr
Die Umsatzeinbussen bei den Walt-Disney-Vergnügungsparks aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind weiterhin beachtlich. (Archivbild)
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Die Coronavirus-Krise hat Walt Disney ein weiteres Quartal mit roten Zahlen beschert. In den drei Monaten bis Ende September betrug der Verlust unterm Strich 710 Millionen Dollar, wie der US-Unterhaltungsriese am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Im Vorjahr hatte es noch 777 Millionen Dollar an Konzerngewinn gegeben. Dennoch erholt sich Disney langsam vom Coronavirus-Schock, der weite Teile des Entertainment-Imperiums stillgelegt und im Vorquartal zu einem enormen Minus von 4,7 Milliarden Dollar geführt hatte.

Als grossen Erfolg strich Konzernchef Bob Chapek erneut das Streaming-Geschäft rund um den vor exakt einem Jahr gestarteten Online-Videodienst Disney+ heraus, der zum Quartalsende bereits fast 74 Millionen Nutzer hatte und die Erwartungen damit übertraf. Auch sonst lagen die Geschäftszahlen deutlich über den Prognosen der Analysten, was die Aktien nachbörslich zunächst um rund sechs Prozent steigen liess. Dennoch bleibt Disney insgesamt stark angeschlagen, der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 14,7 Milliarden Dollar.

Einnahmen im Rückwärtsgang

Vor allem das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten, das in normalen Zeiten ein wichtiger Gewinnbringer ist, bleibt stark belastet. Die Erlöse sanken hierbei um 61 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar, es fiel ein Betriebsverlust von 1,1 Milliarden Dollar an. Das Streaming-Geschäft mit Services wie Disney+ oder Hulu boomt zwar in der Coronavirus-Pandemie, ist aber noch nicht profitabel. Das Ergebnis lag mit 580 Millionen Dollar im negativen Bereich. Gewinn machten nur die klassische Kabelsparte und die Filmstudios, das reichte aber nicht, um die Konzernbilanz ins Plus zu hieven.

Angesichts der Coronavirus-Pandemie will Disney im zweiten Geschäftshalbjahr keine Dividenden auszahlen, hiess es weiter.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. November 2020 00:10
aktualisiert: 13. November 2020 05:31