Sachsen-Anhalt

Ein Toter und 25 Verletzte bei Explosion in Wohnblock

13. Dezember 2019, 18:31 Uhr
Bei einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Sachsen-Anhalt ist ein Mensch getötet worden. Mindestens 25 Menschen wurden zudem verletzt.
© KEYSTONE/EPA GERMAN POLICE/GERMAN POLICE HANDOUT
Bei einer Explosion in einem Wohnblock im Harz-Städtchen Blankenburg ist ein Bewohner gestorben und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden.

Die Identität des Toten muss noch geklärt werden, wie der Chef der Kriminalpolizei im Harz, Frank Götze, am Freitag bei einer Pressekonferenz sagte. Vermutlich handle es sich um den 78 Jahre alten Mieter der Wohnung, in dem sich am Freitagmorgen die Explosion ereignet hat. Seine Frau sei unter den Verletzten.

Zur Zahl der Verletzten gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Anfangs war von 25 Verletzten die Rede, später korrigierten die Verantwortlichen sich mehrfach. Am frühen Nachmittag hiess es von der Polizei, zwei Bewohner seien mit Brandverletzungen in das Spezialkrankenhaus Bergmannstrost nach Halle geflogen worden. Zudem erlitten demnach drei Bewohner schwere und zehn leichte Verletzungen. Vier Polizisten zogen sich beim Rettungseinsatz Rauchvergiftungen zu.

Seit dem Morgen waren mehr als 200 Einsatzkräfte vor Ort, um das Feuer zu löschen, Menschen zu retten und Betroffene zu betreuen, wie der Blankenburger Bürgermeister, Heiko Breithaupt (CDU), sagte. Bei Eintreffen der Feuerwehr lagen drei Menschen augenscheinlich bewusstlos vor dem Haus, wie Einsatzleiter Alexander Beck von der freiwilligen Feuerwehr sagte.

In dem fünfgeschossigen Plattenbau habe sich den Rettern «ein Bild der Verwüstung» gezeigt, so der Bürgermeister. Glassplitter und Teile von Fenstern lagen auf dem Boden und auf in der Nähe geparkten Autos verstreut. Der Sachschaden sei immens, aber noch nicht zu beziffern, hiess es. 32 Menschen wurden aus dem Wohnblock in Sicherheit gebracht, eine nahe Kindertagesstätte wurde geräumt.

Gasflaschen gefunden

Was die Explosion genau auslöste, müssen Spezialisten des Landeskriminalamts klären. Die Beamten fanden jedoch Gasflaschen «in grösserer Anzahl», wie Kripo-Chef Götze sagte. Auch entsprechende Geräte zum Heizen seien in der Wohnung gewesen. «Ein Bedarf für die Gasflaschen war nicht gegeben.»

Das Wohnhaus wird per Fernwärme versorgt, wie Bürgermeister Breithaupt sagte. Die Energieversorgung sei in allen Wohnungen verfügbar gewesen. Ob in der betroffenen Wohnung vor der Explosion trotzdem mit Gas aus Flaschen geheizt wurde und es dabei zu dem Unglück kam, muss noch geklärt werden.

Auch Experten für Sprengmittel waren vor Ort, weil zunächst der Fund von Munition in der Wohnung gemeldet worden war. Am Nachmittag gab es Entwarnung: Entgegen erster Vermutungen wurde in der Wohnung doch keine Munition gefunden.

Die Explosionsursache beschäftigt nun auch offiziell die Kriminalpolizei. Es sei ein Verfahren wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion eingeleitet worden, teilte die Polizei im Harz am Freitagabend mit. Die betroffenen Wohnblocks werden vermutlich wochenlang unbewohnbar bleiben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Dezember 2019 18:15
aktualisiert: 13. Dezember 2019 18:31