Eisbären machen sibirische Insel in der Arktis unsicher

9. Februar 2019, 17:44 Uhr
Dutzende von Eisbären sind den Behörden zufolge auf der sibirischen Arktis-Insel Nowaja Semlja in Wohnhäuser und öffentliche Gebäude eingedrungen. (Symbolbild)
Dutzende von Eisbären sind den Behörden zufolge auf der sibirischen Arktis-Insel Nowaja Semlja in Wohnhäuser und öffentliche Gebäude eingedrungen. (Symbolbild)
© KEYSTONE/AP The Canadian Press/JONATHAN HAYWARD
Wegen einer «Invasion aggressiver Eisbären» haben die Behörden der sibirischen Arktis-Insel Nowaja Semlja den Notstand ausgerufen. Dutzende Bären seien in Wohnhäuser und öffentliche Gebäude eingedrungen, hiess es am Samstag zur Begründung. Regionale Behörden setzten einen Hilfsappell ab.

Eine Abordnung von Experten wollte sich auf den Weg zu der Insel mit ihren rund 3000 Einwohnern machen, auf der sich russische Luftstreitkräfte und Luftverteidigungstruppen befinden.

Eine Genehmigung zur Erschiessung der Bären wurde zunächst nicht erteilt. Eisbären gehören zu den gefährdeten Tierarten und dürfen in Russland nicht erlegt werden. Die für Nowaja Semlja zuständigen Regionalbehörden in Archangelsk erklärten allerdings, sollten alle anderen Mittel fehlschlagen, könne das Erschiessen der Tiere nicht mehr ausgeschlossen werden.

In einem örtlichen Bericht an die Regionalbehörden hiess es, seit dem vergangenen Dezember seien 52 Polarbären regelmässig in Beluschja Guba, der Hauptsiedlung der Insel, aufgetaucht. Einige von ihnen hätten Menschen angegriffen. Eltern hätten Angst, ihre Kinder zum Kindergarten oder in die Schule gehen zu lassen.

Einige Bären würden Menschen «regelrecht jagen», sagte der Chef der örtlichen Behörde, Schiganscha Musin. Er lebe seit 1983 auf der Insel, aber einen Einmarsch so vieler Bären habe er noch nie erlebt.

Die beschleunigte Eisschmelze in der Arktis als Folge des Klimawandels führt dazu, dass Eisbären sich länger an Land aufhalten. Dort liefern sie sich einen Wettstreit um Nahrung.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 9. Februar 2019 16:21
aktualisiert: 9. Februar 2019 17:44