Erneut Verletzte am Tempelberg - «Tag des Zorns» erwartet

19. Juli 2017, 08:30 Uhr
Israelische Sicherheitskräfte bewachen das Löwentor, das nördlich des Tempelberges von Osten in das muslimische Viertel der ummauerten Jerusalemer Altstadt führt.
Israelische Sicherheitskräfte bewachen das Löwentor, das nördlich des Tempelberges von Osten in das muslimische Viertel der ummauerten Jerusalemer Altstadt führt.
© Keystone/EPA/ATEF SAFADI
Bei erneuten Unruhen in der Nähe des Tempelbergs in Jerusalem sind in der Nacht zum Mittwoch 14 Palästinenser und zwei Polizisten verletzt worden. Hintergrund der angespannten Situation sind verschärfte Sicherheitschecks für Muslime am Tempelberg.

Die Kontrollen hatte Israel am Sonntag nach einem blutigen Attentat am Freitag eingeführt. Ein Palästinenser sei in der von einem Gummimantelgeschoss schwer verletzt worden, teilte der Palästinensische Rote Halbmond mit. Polizisten wurden laut einer Polizeisprecherin mit Steinen und Brandflaschen beworfen.

Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte für Mittwoch zu einem «Tag des Zorns» aufgerufen. Auch die radikalislamische Hamas und der Islamische Dschihad riefen zu Protesten und Gewaltakten gegen Sicherheitskräfte im Westjordanland und im Gazastreifen auf.

Der Tempelberg mit der Klagemauer sowie der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom ist für Juden wie auch Muslime eine wichtige heilige Stätte. Der Streit um die Besuchsrechte, also wer den Hügel betreten und dort beten darf, hatte schon in der Vergangenheit zu Spannungen und Gewalt geführt.

Vertreter der Palästinenser hatten immer wieder die Befürchtung geäussert, Israel wolle nach und nach die Kontrolle über den Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) übernehmen. Gerade vor diesem Hintergrund kritisierte der Grossmufti von Jerusalem, Mohammed Ahmed Hussein, die Einrichtung von Sicherheitsschleusen mit Metall-Detektoren. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bereits am Freitag betont, er werde den Status quo nicht verändern.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 19. Juli 2017 07:31
aktualisiert: 19. Juli 2017 08:30