Erneuter Rückschlag bei Bergungsaktion für Kleinkind in Spanien

22. Januar 2019, 16:50 Uhr
Die Bergungsarbeiten für den in ein Bohrloch gestürzten kleinen Buben in Spanien haben einen weiteren Rückschlag erlitten. Die zur Stabilisierung des Hilfsschachts vorgesehenen Rohre passen nicht.

Helfern war es zwar am Montagabend gelungen, einen Hilfsschacht zur Bergung des Zweijährigen fertigzustellen. Beim Herablassen der Stabilisierungsrohre seien die Spezialisten am Dienstag in 40 Meter Tiefe auf Schwierigkeiten gestossen, sagte ein Regierungssprecher in Málaga. Die Arbeiten zur Verbreiterung des Schachtes liefen, es sei jedoch nicht abzusehen, wie lange diese dauern würden.

Sobald der Schacht durch die Rohre stabilisiert ist, soll ein Team von acht Bergbauexperten in den Schacht hinabgelassen werden und mit dem Bau eines vier Meter langen horizontalen Verbindungstunnels bis zu dem Bohrloch beginnen, in das der Zweijährige am Sonntag vor einer Woche gestürzt war. Dafür sind etwa 24 Stunden veranschlagt. Die Experten hoffen, das Kind dann bergen zu können.

Der zweijährige Bub war nach Angaben seiner Familie am 13. Januar in der Nähe der andalusischen Gemeinde Totalán in das Loch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. Der 110 Meter tiefe Erkundungsschacht mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimetern war laut örtlichen Medien im Dezember bei der Suche nach Wasser gebohrt worden. Demnach war der Schacht nicht abgesichert und nicht gekennzeichnet.

Mit einem Grossaufgebot versuchen hunderte Einsatzkräfte seitdem in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit, den Jungen zu finden und zu bergen. Geröll und Erde, die das Kind bei seinem Sturz offenbar mit sich gerissen hatte, blockieren in etwa 70 Metern Tiefe das Loch. Zudem ist es mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern zu eng für die Bergungskräfte. Seit Beginn des Einsatzes gab es kein Lebenszeichen des Kindes.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 22. Januar 2019 06:13
aktualisiert: 22. Januar 2019 16:50