Volkswirtschaft

Erstmals seit elf Jahren: Verbraucherpreise in China rückläufig

9. Dezember 2020, 06:14 Uhr
Der Rückgang bei Preisen für Schweinefleisch in China hat zu einem drastischen Einbruch des chinesischen Konsumentenpreisindizes geführt. (Archivbild)
© KEYSTONE/EPA/WU HONG
Die Verbraucherpreise in China sind im November überraschend gefallen. Der Verbraucherpreisindex (VPI) sank unerwartet um 0,5 Prozent im Jahresvergleich, wie Daten des nationalen Statistikbüros am Mittwoch zeigten.

Es ist der erste Rückgang seit Oktober 2009. Der Index war im Oktober um 0,5 Prozent gestiegen. Analysten hatten mit keiner Veränderung der Verbraucherpreise zum Oktober gerechnet.

Der Rückgang des VPI gegenüber dem Vorjahr war hauptsächlich auf die volatilen Lebensmittelpreise zurückzuführen, die im Jahresvergleich im November um zwei Prozent zurückgingen. Die Kerninflation - ohne Nahrungsmittel- und Energiekosten - blieb im vergangenen Monat mit 0,5 Prozent unverändert gegenüber Oktober.

Schweinefleisch als Ursache

Die deflationäre Entwicklung erklärten Experten vor allem mit dem Rückgang der Schweinefleischpreise, die in China einen starken Anteil am Verbraucherpreisindex haben. Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in China war die Versorgung im vergangenen Jahr stark eingebrochen. Die Preise waren in die Höhe geschnellt. Doch die Lage entspannte sich in den vergangenen Monaten wieder.

Chinas Volkswirtschaft ist nach dem Einbruch im ersten Quartal durch den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie stetig auf dem Weg der Erholung. Einige Analysten sind jedoch der Auffassung, dass die Rückkehr auf den Stand vor dem Ausbruch des Virus ungleichmässig verläuft und bestimmte Sektoren mit der Aufwertung des Yuan und der immer noch beschränkten globalen Nachfrage zu kämpfen haben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Dezember 2020 10:15
aktualisiert: 9. Dezember 2020 06:14