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WEF

«Es braucht eine industrielle Revolution»

20. Januar 2020, 06:45 Uhr
CO2-Reduktion, eine nachhaltige Rohstoffbasis und die Digitalisierung – nur einige Themen, die gemäss einem deutschen Unternehmensberater am WEF aufgegriffen werden sollten. Weniger umherzureisen, auch der Umwelt zuliebe, bringe dabei wenig: Internationale Beziehungen und Vertrauen seien Schlüsselfaktoren für eine nachhaltige Zukunft.
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© Keystone/Gian Ehrenzeller

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage fordert ein Unternehmensexperte «eine Art neue industrielle Revolution». Dazu zählten die Umstellung auf eine nachhaltige Rohstoffbasis, das CO2-Thema und die Digitalisierung, sagte der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Roland Berger Global, Stefan Schaible, der Deutschen Presse-Agentur vor dem Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. «Das muss man nun anpacken. Es geht darum, den Kapitalismus auf eine nachhaltige Basis zu stellen», sagte Schaible.

Wichtig sei, Zusammenarbeit zu stärken. «Da muss jedes Unternehmen in mehr internationale Beziehungen mit seinen Wettbewerbern, seinen Zulieferern und mit der Politik investieren», sagte er. Bei der WEF-Tagung, die an diesem Dienstag beginnt, könne Vertrauen aufgebaut werden. «Es ist falsch zu glauben, dass man, ohne zu reisen, wenn man nur zu Hause sitzt, die Probleme der Welt lösen kann», sagte der Experte. «Das geht nur multilateral, das geht nur global.»

Vor allem die Wirtschaft müsse vorangehen und eine viel stärkere Rolle übernehmen. «Angesichts der Herausforderungen geht es darum, unser Wirtschaftssystem auf eine nachhaltige Basis zu stellen - die Klimathemen zu bewältigen und die Digitalisierung so auszugestalten, dass nicht «normale Leute» mehrheitlich als Verlierer da stehen und die politischen Systeme nicht kippen», sagte Schaible. «Das wird man auf nationalstaatlicher Ebene allein und auch ohne massive Beteiligung und Investitionen der Wirtschaft nicht hinbekommen.»

Vor allem das Schlüsselthema Klima müsse auf die Industrie herunter gebrochen werden. Dafür sei nicht nur notwendig, in Deutschland viel CO2 einzusparen, die Bundesregierung müsse weltweit aktiv werden. Wenn in Australien Wald auf einer Fläche von der Größe Bayerns und Baden-Württembergs verbrenne, «dann muss man auch eine Klima-Außenpolitik machen», forderte Schaible.

Quelle: DPA
veröffentlicht: 20. Januar 2020 06:45
aktualisiert: 20. Januar 2020 06:45