EU-Sondergipfel zu Flüchtlingskrise am kommenden Mittwoch

17. September 2015, 15:27 Uhr
Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen am Mittwoch an einem Sondergipfel über die Flüchtlingskrise sprechen. Im Bild nach Österreich eingereiste Flüchtlinge.
Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen am Mittwoch an einem Sondergipfel über die Flüchtlingskrise sprechen. Im Bild nach Österreich eingereiste Flüchtlinge.
© KEYSTONE/APA/HERBERT P. OCZERET
Die Staats- und Regierungschefs der EU werden am kommenden Mittwoch an einem Sondergipfel über Lösungswege aus der Flüchtlingskrise beraten. EU-Ratspräsident Donald Tusk gab den Termin am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Österreichs Regierungschef Werner Faymann hatten am Dienstag einen EU-Dringlichkeitsgipfel gefordert. Am Vortag hatten sich die EU-Innenminister nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

In der EU umstritten ist vor allem die Verteilung der Flüchtlinge. Vor allem osteuropäische Staaten lehnen einen verbindlichen Verteilungsschlüssel ab, wie ihn die EU-Kommission mit Unterstützung unter anderem von Deutschland anpeilt. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs soll am Mittwoch um 18 Uhr Schweizer Zeit beginnen.

Die Abgeordneten im EU-Parlament hiessen am Donnerstag im Dringlichkeitsverfahren die EU-interne Umverteilung von 120'000 Flüchtlingen aus Italien, Griechenland und Ungarn gut. Nun braucht es noch die Zustimmung der die EU-Staaten. Die EU-Innenminister beraten daher am Dienstag über den Verteil-Plan der EU-Kommission.

Nachdem Ungarn am Dienstag die Grenze zu Serbien dichtgemacht hat, hat sich die Route der Flüchtlinge nach Westeuropa geändert: Tausende Flüchtlinge drängten in das EU-Nachbarland Kroatien. Die meisten von ihnen wollen weiter in den Westen.

Bis Donnerstagmorgen kamen 5400 Menschen nach Kroatien. Das sei deutlich mehr als erwartet, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender HRT unter Berufung auf das Rote Kreuz. Viele der Flüchtlinge würden von Bussen auf der serbischen Seite der Grenze abgesetzt. Sie überquerten die Grenze zu Fuss.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 17. September 2015 15:27
aktualisiert: 17. September 2015 15:27