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Afghanistan

Experte: Zahl der flüchtenden Afghanen nimmt wieder zu

13. Juli 2021, 15:32 Uhr
Die Zahl der aus Afghanistan vor Gewalt flüchtenden Menschen steigt Beobachtern zufolge wieder an. Gebildete versuchten, über Stipendien oder durch Investitionen in Nachbarländer oder in die Türkei zu gelangen, sagt Thomas Ruttig von der Kabuler Denkfabrik Afghanistan Analysts Network.
Ein afghanisches Mädchen, das aufgrund von von Kämpfen zwischen den Taliban und afghanischen Sicherheitskräften aus ihrer Heimat geflohen ist, steht vor einem Zelt in Masar-e Scharif und isst Brot. Foto: Rahmat Gul/AP/dpa
© Keystone/AP/Rahmat Gul

Viele weitere versuchten, sich in den Iran durchzuschlagen. Teilweise machten sich wieder ganze Fahrzeugkonvois auf den Weg, zum Teil sogar mit Fahrzeugen von Armee und Polizei.

Auch die Migration aus Afghanistan über den Iran in die Türkei nimmt Beobachtern zufolge stark zu. Die türkische Provinz Van, die an den Iran grenzt, sei voll von Migranten aus Afghanistan, sagt der Chef des Menschenrechtsverein IHD in der Provinz, Mehmet Karatas, der Nachrichtenagentur dpa. Medienberichte, wonach geschätzt mehr als 1000 Migranten täglich die Grenze passieren, könne er bestätigen.

Zu den Fluchtgründen sagt Ruttig, die afghanischen Flüchtlinge seien Kriegsflüchtlinge, auch wenn einige bei Befragungen durch Behörden angäben, ein «besseres Leben» zu wollen. Dass dies in Afghanistan nicht möglich sei, sei eine Folge der seit mehr als 40 Jahre andauerenden kriegerischen Auseinandersetzungen.

Zuletzt hatte sich die Sicherheitslage in Afghanistan zugespitzt. Seit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen Anfang Mai haben die militant-islamistischen Taliban rund ein Viertel der Bezirke des Landes eingenommen und sind in mehrere Provinzhauptstädte eingedrungen. In mehreren Provinzen stehen nun Milizen den strauchelnden Sicherheitskräften zur Seite. Beobachter fürchten, das Land könnte in einen weiteren Bürgerkrieg abdriften.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Juli 2021 15:30
aktualisiert: 13. Juli 2021 15:32