Festspiele: Kuhn weist erneut Vorwürfe zurück

23. Oktober 2018, 05:46 Uhr
Neben den Vorwürfen sexueller Belästigung stehen auch Informationen eines  Ötztaler Bloggers über merkwürdige Zahlungen im Raum. (Symbolbild)
Neben den Vorwürfen sexueller Belästigung stehen auch Informationen eines Ötztaler Bloggers über merkwürdige Zahlungen im Raum. (Symbolbild)
© KEYSTONE/PHOTOPRESS/PITZTALER GLETSCHER
Der suspendierte Intendant der Tiroler Festspiele Erl, Gustav Kuhn, hat erneut alle öffentlich gegen ihn erhobenen Vorwürfe über sexuelle Übergriffe zurückgewiesen. «Ich bin müde der Anschuldigungen, die so nicht stimmen.»

Dies sagte Kuhn am Montagabend in der ORF-Nachrichtensendung «ZiB2». Die Vorwürfe stammten von Künstlern, die bei den Festspielen ausscheiden mussten. Die sich beklagenden Frauen und Männer hätten möglicherweise gehandelt, weil sie durch die Trennung von den Festspielen tief gekränkt gewesen seien, sagte der 73-Jährige.

Mehrere Künstlerinnen hatten von ungewollten Küssen, Begrapschen der Brust und Griffen zwischen die Beine berichtet.

Er bestreite allerdings nicht, dass es bei Proben manchmal rüde zugegangen sei und er Wörter wie «Arschlöcher» und «Volltrottel» benutzt habe, so Kuhn. «Wenn eine Horn-Gruppe das nicht zusammenbringt nach zehn oder zwölf Mal, dann kann man als Dirigent manchmal ausfallend werden.» Ausserdem entschuldige er sich, falls er tatsächlich einmal im Wortsinn daneben gegriffen habe. «Dafür entschuldige ich mich Hundert Mal, Hundert und Tausend Mal.» Aber nicht bei denjenigen, die solche Vorwürfe erfinden würden.

Auch zum neuesten Vorwurf des Ötztaler Bloggers Markus Wilhelm nahm Kuhn Stellung. Wilhelm prangerte an, dass monatlich 10'000 beziehungsweise 12'000 Euro von den Festspielen an Kuhns «Künstlerschmiede» in der Toskana, der «Accademia di Montegral», überwiesen würden. «Wir treffen dort bestimmte Vorbereitungen», erklärte Kuhn die Zahlungen. «Sie können sicher sein, dass das eine ganz legale Geschichte ist», betonte er. Der Vermerk «für keinerlei Leistung», wie laut Wilhelm in der Eingangsbestätigung festgeschrieben ist, sei lediglich auf Rechtsprobleme mit Italien zurückzuführen.

Am Mittwoch will der Präsident der Festspiele, Hans Peter Haselsteiner, in einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage und zu den Plänen in Erl Stellung nehmen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 22. Oktober 2018 23:21
aktualisiert: 23. Oktober 2018 05:46