Frauenverbot im Sumo gilt auch für Mädchen

12. April 2018, 13:01 Uhr
An den "Kinder Sumo"-Events messen sich die Kleinen mit den erwachsenen Ringern. Nun bestärkte der Verband seine ursprüngliche Position: Mädchen sind - ebenso wie Frauen - im Ring unerwünscht. (Archivbild)
An den "Kinder Sumo"-Events messen sich die Kleinen mit den erwachsenen Ringern. Nun bestärkte der Verband seine ursprüngliche Position: Mädchen sind - ebenso wie Frauen - im Ring unerwünscht. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/SHIZUO KAMBAYASHI
In Japan haben selbst kleine Mädchen das umstrittene Frauen-Verbot beim nationalen Sumo-Ringkampf zu spüren bekommen: Der erzkonservative Sumo-Verband untersagte Mädchen die Teilnahme einer Sumo-Veranstaltung für Kinder.

Dabei hätten in den drei vorangegangenen Jahren Mädchen beim «Kinder Sumo» in der Stadt Shizuoka noch teilnehmen dürfen.

Doch nun habe der Verband Frauen «egal welchen Alters» die Teilnahme untersagt, hiess es. Bei der Kinderveranstaltung treten professionelle Sumo-Ringer zusammen mit Kindern in dem heiligen Kampfring auf.

Der Tradition nach darf der «dohyo», der sandige Kampfring, von Frauen nicht betreten werden. Das Frauen-Tabu hatte kürzlich für Diskussionen gesorgt, als Frauen einem Bürgermeister nach einem Schlaganfall bei einer Rede im Kampfring das Leben retteten und dabei von einem Ringrichter zum Verlassen des dohyo aufgefordert wurden. Der Verband entschuldigte sich darauf für den Vorfall - geändert hat sich aber nichts.

Vor jedem Kampf vollführen die Ringer Reinigungsrituale: Sie spülen sich den Mund mit Wasser aus und streuen Salz in den Ring. Die Monatsblutung der Frau liefere die Erklärung, warum in früheren Jahrhunderten die gedankliche Verbindung zwischen Frauen und «Schmutz» aufgekommen sei, heisst es in japanischen Medienberichten.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 12. April 2018 12:46
aktualisiert: 12. April 2018 13:01