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Lustiger Ortsname

«Fucking» im Museum – Ortsschild war heiss begehrt

5. September 2021, 13:29 Uhr
Eine Ortstafel des wegen seines Namens bekannt gewordenen österreichischen Orts Fucking ist jetzt im Museum gelandet. Der Ort wurde zuvor umbenannt.
Immer wieder Ziel von Komikern - der Tarnsdorfer Gemeindeteil Fucking, neu Fugging
© Instagram.com/nudespaghetti

Die Gemeinde nahe der bayerischen Grenze habe eines der letzten Ortsschilder dem Haus der Geschichte Österreich in Wien geschenkt, teilte Museumsdirektorin Monika Sommer am Sonntag mit. Das Schild veranschauliche, wie Social Media-Kanäle Aufmerksamkeit zur neuen Währung gemacht hätten, so die Direktorin. Durch den Hype in sozialen Netzwerken war Fucking wegen der Namensgleichheit mit einem obszönen englischen Begriff zum Ziel vieler Menschen geworden, die sich mit der Ortstafel ablichten wollten. Mehrfach wurde auch ein Ortsschild gestohlen.

Die gerade einmal 100 Bewohner fühlten sich so gestört, dass sie Fucking zu Jahresbeginn in Fugging umbenannten. «Seit unserem Namenswechsel ist Ruhe eingekehrt und die Lebensqualität wieder dort, wo sie hingehört», sagt Andrea Holzner, Bürgermeisterin der Gemeinde Tarsdorf, zu der Fugging gehört.

Die Umbenennung sei vielleicht ein ungewöhnlicher, aber wirkungsvoller Schritt gewesen. Mit der steigenden Beliebtheit von Social Media und der Jagd nach dem besten Video, dem lustigsten Foto sei es laufend zu massiven Verletzungen der Privatsphäre der Einheimischen gekommen, so Holzner.

Spezielle Ortsnamen kriegen immer wieder viel Aufmerksamkeit und Likes. So in der Schweiz auch das Walliser Dorf Bitsch. Keine guten Erfahrungen hat allerdings die ähnlich klingende Gemeinde Bitche in der französischen Region Lothringen mit Social Media gemacht. Facebooks Algorithmus hat die Gemeindeseite wegen des im Englischen artverwandten obszönen Worts «Bitch» für Miststück oder Schlampe gar einmal für einige Wochen gesperrt.

(sda/red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. September 2021 13:29
aktualisiert: 5. September 2021 13:29