Forscherteam

Für den Klimaschutz braucht es eine Trendwende

21. Januar 2020, 08:03 Uhr
Eine Wende in der Energiepolitik könnte zum Klimaschutz beitragen. (Archiv)
© KEYSTONE/DPA/Patrick Pleul
Echte gesellschaftliche Trendwenden könnten nach Forscherangaben helfen, die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 einzuhalten. Ein internationales Team nennt dafür sechs Bereiche: Energieerzeugung, Städte, Finanzwelt, gesellschaftliche Normen, Bildung und Verbraucherinformation.

Die internationale Gruppe unter Führung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hat zahlreiche Expertenvorschläge analysiert und präsentiert nun mögliche gesellschaftliche Trendwenden und geeignete Wege («Kippinterventionen») zu ihnen. Die Studie des Teams um den ehemaligen PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber ist in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS») erschienen.

Staatliches Geld soll umgelenkt werden

Viel helfen würde demnach ein Umlenken von staatlichem Geld. 2015 waren die Subventionen für Kohle, Erdöl und Erdgas laut Studie noch mehr als doppelt so hoch wie die Subventionen für erneuerbare Energien.

Wenn Investoren in der Wirtschaft befürchten müssten, dass sich ihr Engagement bei fossilen Brennstoffen nicht mehr rentiert, könnten sie ihre Gelder aus dieser Branche abziehen. «Simulationen zeigen, dass nur neun Prozent der Investoren das System kippen könnten, was andere Investoren dazu veranlasst, dem zu folgen», schreiben die Forscher.

Bewusstsein wäre gross

«Das Bewusstsein für die globale Erwärmung ist hoch, aber die gesellschaftlichen Normen zur grundlegenden Veränderung des Verhaltens sind es nicht», wird Ko-Autor und PIK-Direktor Johan Rockström in einer Mitteilung seines Instituts zitiert. Dies gelte es zu ändern. «...längerfristig ist wohl ein neues soziales Gleichgewicht erforderlich, in dem der Klimaschutz als soziale Norm anerkannt wird.»

Quelle: dpa
veröffentlicht: 20. Januar 2020 21:00
aktualisiert: 21. Januar 2020 08:03