Grossbritannien

Grossbritannien will Plattform zur Erkennung von Mutationen schaffen

26. Januar 2021, 16:10 Uhr
Matt Hancock, Gesundheitsminister von Großbritannien, spricht während einer Pressekonferenz in der Downing Street zur Corona-Pandemie. Foto: John Sibley/PA Wire/dpa
© Keystone/PA Wire/John Sibley
Zur frühen Erkennung und effektiven Bekämpfung von Coronavirus-Mutationen will Grossbritannien eine internationale Plattform schaffen. Die sogenannte New Variant Assessment Platform unter der Federführung der Gesundheitsbehörde Public Health England solle Länder mit geringerer Expertise bei der genetischen Untersuchung positiver Corona-Proben unterstützen, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstag mitteilte.

Die neue Plattform werde helfen, das Virus und seine Verbreitung besser zu verstehen, sagte Hancock bei einer Veranstaltung der Londoner Denkfabrik Chatham House. Viele Länder hätten nicht die notwendigen Kapazitäten. In Grossbritannien hingegen würden zehnmal so viele Proben sequenziert wie in vielen anderen Ländern. Daher sei man bereit, die Expertise zu teilen. Britische Experten könnten sowohl aus der Ferne beraten und unterstützen als auch Material bereitstellen - ausserdem sollen auch Proben zur Sequenzierung eingeschickt werden können.

Ab wann die Plattform starten soll und wie Staaten sie konkret in Anspruch nehmen können sollen, blieb zunächst offen. Staaten könnten sich jedoch an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder direkt an Grossbritannien wenden, hiess es.

Um weitere Coronavirus-Mutationen ausserhalb des Landes zu halten beziehungsweise effektiv einzudämmen, wird im Land derzeit auch über eine weitere Verschärfung der Einreise- und Quarantäneregeln diskutiert. Von der Plattform verspricht sich Grossbritannien auch, sich selbst besser und früher vor weiteren Varianten schützen zu können. Wo auch immer eine gefährliche Mutation auftauche, bedrohe sie Menschen in aller Welt, so Hancock.

Auch bei der weiteren Entwicklung und Produktion von Impfstoffen sprach sich der Gesundheitsminister für mehr Zusammenarbeit aus. Bei klinischen Studien fehle es teilweise an Koordination und Transparenz. Dies müsse sich schnellstmöglich ändern. «Wir sind im Krieg gegen das Virus - und die gesamte Menschheit steht auf einer Seite.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. Januar 2021 16:10
aktualisiert: 26. Januar 2021 16:10