Im Tatort gibt es zum 1000. Mal Tote

Claudia Amann, 13. November 2016, 18:18 Uhr
Florian Bartholomäi, Maria Furtwängler and Axel Milberg posieren für die tausendste "Tatort"-Folge.
Florian Bartholomäi, Maria Furtwängler and Axel Milberg posieren für die tausendste "Tatort"-Folge.
© (EPA/GEORG WENDT)
Der Tatort feiert ein fulminantes Jubiläum - am Sonntag flimmert die tausendste Folge der deutschen Krimiserie ins Heimkino.

Noch immer hat der Tatort unzählbar viele Fans und Stammseher, die jeden Sonntagabend gespannt einem neuen Fall entgegenfiebern. 1970 wurde mit «Taxi nach Leipzig» die erste Folge ausgestrahlt. Dass die Serie Tatort heissen würde, wurde allerdings erst nach Fertigstellung der zweiten Episode «Saarbrücken, an einem Montag ...» fixiert.

Schimanski als TV-Grösse

Bereits für die achte Folge mit dem Namen «Blechschaden» wurde Götz George als Hauptdarsteller engagiert. Doch erst zehn Jahre später - im Dezember 1981 - erschien er als Kommissar Horst Schimanski auf dem Bildschirm. Der charismatische Charakter konnte sich auf Anhieb eine grosser Fangemeinde zulegen und war insgesamt 29 mal, inklusive zweier Kinofilme, zu sehen. Ab 1997 trat dieser tragische Held in der eigenständigen Krimiserie «Schimanski» wieder in Aktion. Für viele gilt er als bester «Tatort»-Ermittler.

Inzwischen sind auch etliche Städte und weitere Schauspieler zu Hauptdarstellern der Kultserie geworden. Hauptkommissar Frank Thiel alias Axel Prahl und Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne alias Jan Josef Liefers überzeugen beispielsweise regelmässig aus Münster mit ihrem eigentümlichen Humor.

Stets aktuelle Anlässe

Der tausendste Fall trägt wieder den selben Titel wie die Premiere. In «Taxi nach Leipzig» werden die Hannoveraner Kommissarin Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler und der Kieler Kommissar Klaus Borowski alias Axel Milberg mit einem ehemaligen Elite-Soldaten konfrontiert, der sich nach seinem Einsatz in Afghanistan an seiner Ex-Freundin rächen will, bevor ihre Hochzeit mit einem Kameraden stattfindet.

Nicht nur diese Story lässt darauf schliessen, dass sich die Drehbuchautoren zeitgeschichtlichen Geschehnissen annehmen. Wer alle tausend «Tatort»-Folgen ansieht, lernt definitiv auch etwas über den gesellschaftlichen Wandel.

In den nunmehr tausend Tatort-Folgen sind insgesamt 2'280 Leichen zu beklagen. Mathematisch ausgedrückt gab es also in jedem Tatort 2,3 Tote.

(red.)

Die Folge mit dem Titel «Abschaum» wurde zum besten Tatort gewählt

Claudia Amann
veröffentlicht: 12. November 2016 16:12
aktualisiert: 13. November 2016 18:18