Mosambik

IS bekennt sich zu blutigem Angriff auf Küstenstadt in Mosambik

29. März 2021, 17:15 Uhr
HANDOUT - Die undatierte Aufnahme von Google Earth zeigt den Ort Palma in der Provinz Cabo Delgado in Mosambik. Seit Mittwoch wüteten etwa 100 Angreifer in der Kleinstadt. Foto: -/Google/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
© Keystone/Google/-
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steckt nach eigenen Angaben hinter einer gross angelegten Attacke auf die Küstenstadt Palma in Mosambik.

In einem am Montag verbreiteten Bekennerschreiben heisst es: «Kämpfer des IS haben die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt Palma übernommen und mehr als 55 mosambikanische Sicherheitskräfte getötet.» Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Die Regierung in Maputo hatte am Wochenende von mindestens sieben Getöteten gesprochen und am Montag weitere Kämpfe bestätigt. Es werde weiter versucht, die Küstenstadt zurückzuerobern.

Seit Mittwoch wüten etwa 100 Extremisten in dem Ort. Er befindet sich in der gasreichen Provinz Cabo Delgado im Nordosten Mosambiks, wo Frankreichs Energiekonzern Total an einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Flüssiggasprojekt beteiligt ist. Total hatte etwa 1000 Mitarbeiter von einem benachbarten Ergasprojekt in Sicherheit gebracht.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zitierte Augenzeugen, die von mehreren Leichen in den Strassen Palmas berichtet hatten. Im benachbarten Südafrika kursierten Gerüchte über Dutzende Vermisste, die wahrscheinlich bei der Attacke ums Leben gekommen sind. Aus Südafrika stammen auch viele der Kontraktarbeiter, die in Nordmosambik für Total tätig waren.

In Cabo Delgado führen islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe durch, bei denen sie Zivilisten töten und Dörfer niederbrennen. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk hat die Gewalt mehr als 530 000 Menschen in die Flucht getrieben. Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm ist und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurde.

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. März 2021 17:10
aktualisiert: 29. März 2021 17:15