«TalkTäglich»

«Kiew wäre auf einen russischen Angriff schlecht vorbereitet»

22. Februar 2022, 12:16 Uhr
Die Lage zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich immer mehr zu. Ist ein Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew zu befürchten? Diese und weitere Fragen diskutieren Erich Gysling, Samuel Schumacher und Niklas Masuhr im «TalkTäglich».
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: TalkTäglich

Monatelang hat der russische Präsident Wladimir Putin Drohgebärden in Richtung Ukraine gesandt. Seit wenigen Tagen eskaliert der Konflikt zwischen den beiden Ländern masslos. Ob mit einem Krieg zu rechnen ist und wie man die russischen Aggressionen verhindern könne, besprechen Experten im «TalkTäglich»

Obwohl die beiden Separatistengebiete Luhansk und Donezk offiziell im Zentrum des Konflikts stehen, sehen alle Experten auch die Hauptstadt Kiew in Gefahr. Die strategische Lage der Stadt mit fast drei Millionen Einwohner ist dabei ausschlaggebend. «Wenn man sich das auf einer Karte vorstellen würde, ergibt es durchaus Sinn, Angriffe auf Kiew zu befürchten – Gerade aus dem Norden und aus Belarus», erklärt Militärexperte Niklas Masuhr.

Wie die Stadt mit einem solchen Angriff klarkommen würde, ist ungewiss. Samuel Schumacher, Ressortleiter Ausland bei CH Media, befürchtet jedoch ein Chaos. Der Journalist besuchte kürzlich das grösste Militärspital der Ukraine in Kiew. «Obwohl dort jährlich 30’000 Patienten stationär einquartiert sind, gibt es keinen Evakuationsplan», sagt Schumacher.

Und genau dieses resultierende Planlosigkeit würde Präsident Putin in die Hände spielen, schlussfolgert der Ausland-Experte: «Sein Ziel ist es, die Ukraine auf ihren Weg zur NATO, zu Europa zu mehr Demokratie aufzuhalten. Das schafft er, indem er Unsicherheiten und Chaos beibehält.»

Die einzige Lösung für den Konflikt sieht Nahostexperte Erich Gysling in strengen Sanktionen. «Die einzige wirksame Massnahme wäre, wenn man die Russen aus dem internationalen Finanztransfersystem Swift schmeissen würde.» Welche Wirkung ein Ausschluss hat, hätte man bereits mit dem Iran gesehen, der ebenfalls aus der Organisation ausgeschlossen wurde, meint Gysling. «Das hätte gewaltige Rückwirkungen auf die russische Wirtschaft, aber ob da der ganze Westen einig wäre, bezweifle ich», schliesst Gysling ab.

Mehr über die die Ukrainekrise erfährst du im Tagesgespräch.

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: TeleZüri

(sem)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 22. Februar 2022 13:40
aktualisiert: 22. Februar 2022 13:40
Anzeige