Märkte

Konflikt zwischen USA und Iran treibt Ölpreis

3. Januar 2020, 13:14 Uhr
Nach der Tötung eines iranischen Generals durch die USA fürchten Anleger eine Unterbrechung des Rohöl-Nachschubs, was zum grössten Anstieg des Ölpreises seit vier Monaten führte. (Themenbild)
© KEYSTONE/AP/HASAN JAMALI
Die Tötung eines der wichtigsten iranischen Generäle durch die USA versetzt die Börsen in Unruhe. Dort kamen am Freitag Ängste vor einem direkten militärischen Konflikt zwischen beiden Ländern auf.

Ausserdem fürchten Anleger eine Unterbrechung des Rohöl-Nachschubs, was zum grössten Anstieg des Ölpreises seit vier Monaten führte.

Die Aktienmärkte gingen in die Knie. Der deutsche Leitindex Dax fiel um 1,5 Prozent auf 13'183 Punkte, und der EuroStoxx50 büsste 0,9 Prozent auf 3758 Zähler ein. Der Schweizer Leitindex SMI hielt sich dagegen dank seinen als krisensicher geltenden Werten verhältnismässig gut: Zwar fiel er zunächst auf ein Tagestief von 10'581 Punkten, holte aber die Verluste gegen Mittag wieder auf und tendiert seither seitwärts.

Auslöser der Kursturbulenzen war die gezielte Tötung des Generals der Al-Kuds-Brigaden, Kassem Soleimani. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, der Angriff auf den Bagdader Flughafen, bei dem auch der führende Kommandeur irakischer Milizen, Abu Mahdi al-Muhandis, getötet wurde, sei auf Befehl von US-Präsident Donald Trump geflogen worden.

"Investoren wägen jetzt das Risiko einer stärkeren militärischen Auseinandersetzung bis hin zu einem Krieg in der Region ab", erläuterte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Bislang gingen sie jedoch davon aus, dass es nicht zum Äussersten kommen werde.

Ölpreis zieht an

Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg um bis zu 4,4 Prozent auf 69,16 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der grösste Anstieg seit den Angriffen auf saudi-arabische Förderanlagen im September. Da die Ereignisse im Fluss seien, lasse sich schwer abschätzen, ob der Preisanstieg von Dauer sein oder ähnlich rasch zurückgehen werde wie im September, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda.

Im Windschatten der steigenden Energiepreise legten die Aktien der Ölkonzerne zu. So gewannen die Titel von BP, Shell und Total bis zu 1,6 Prozent. Unter Druck gerieten dagegen die Fluggesellschaften, für die Treibstoff der Haupt-Kostenfaktor ist. Die Papiere von Lufthansa, Air France-KLM und der British Airways-Mutter IAG rutschten um bis zu 7,4 Prozent ab.

Gold, Anleihen und Franken gefragt

Die Spannungen am Golf trieben einige Anleger in "sichere Häfen". So stieg der Preis der "Antikrisen-Währung" Gold um bis zu 1,2 Prozent auf ein Vier-Monats-Hoch von 1547,14 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Auch bei Eidgenössischen Anleihen griffen Investoren zu.

Am Devisenmarkt waren die Währungen Japans und der Schweiz gefragt. Im Gegenzug fiel der Dollar um bis zu 0,6 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 107,89 Yen. Der Euro war mit 1,0822 Franken so billig wie zuletzt vor vier Monaten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 3. Januar 2020 11:55
aktualisiert: 3. Januar 2020 13:14