Libanon: Armee reisst Flüchtlingsunterkünfte ab

1. Juli 2019, 22:18 Uhr
Die libanesische Regierung hat syrischen Flüchtlingen eine Frist bis zum 1. Juli gesetzt, um alle "illegal" errichteten Stein- und Betongebäude abzureissen. Erlaubt sind fortan nur noch Unterkünfte aus Planen, Plastik und Holz. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/BILAL HUSSEIN
Nach Ablauf einer Frist zum Abriss aller festen Unterkünfte syrischer Flüchtlinge im Libanon hat die Armee begonnen, die verbleibenden Häuser einzureissen. Die Armee habe am Montagmorgen im Flüchtlingslager Arsal im Norden des Libanon mindestens 20 Häuser zerstört.

Das teilten sieben Hilfsorganisationen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Sie befürchteten, dass dies nur der Anfang gewesen sei und weitere Zerstörungen am Dienstag folgen würden.

Im Libanon leben zwischen 1,5 und zwei Millionen syrische Flüchtlinge. Für das Land mit vier Millionen Einwohnern stellt die grosse Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge eine schwere Belastung dar.

Die Regierung in Beirut fürchtet, dass sie sich dauerhaft im Libanon niederlassen. Um dies zu verhindern, hat sie den Syrern eine Frist bis zum 1. Juli gesetzt, um alle «illegal» errichteten Stein- und Betongebäude abzureissen. Erlaubt sind fortan nur noch Unterkünfte aus Planen, Plastik und Holz.

Laut den Hilfsorganisationen sind rund 15'000 Menschen von dem Abriss der Häuser betroffen, darunter 7500 Kinder. Viele Flüchtlinge folgten bereits den Anweisungen zum Abriss ihrer Häuser, doch stehen noch rund die Hälfte der betroffenen Gebäude.

Die Hilfsorganisationen riefen die Behörden auf, den Flüchtlingen alternative Unterkünfte zur Verfügung zu stellen und ihnen zu erlauben, ihre persönlichen Gegenstände mitzunehmen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 1. Juli 2019 21:51
aktualisiert: 1. Juli 2019 22:18