Venezuela

Machtkampf: Moskau sichert Maduro weitere Hilfe zu

25. September 2019, 17:14 Uhr
Der russische Präsident Wladimir Putin empfängt den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu Gesprächen in Moskau.
Der russische Präsident Wladimir Putin empfängt den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu Gesprächen in Moskau.
© KEYSTONE/AP POOL EPA/SERGEI CHIRIKOV
Im Machtkampf zwischen Regierung und Opposition in Venezuela hat sich Präsident Nicolás Maduro Rückendeckung in Russland geholt. "Moskau unterstützt alle legitimen Behörden Venezuelas", sagte Russlands Staatschef Wladimir Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit Maduro

Er wolle dabei auch den Dialog mit der Opposition unter dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó fördern. Russland zählt zu den wichtigsten Verbündeten Maduros.

Maduro nannte das Arbeitstreffen mit Putin "sehr positiv". Beide hätten "über den gesamten Bereich der bilateralen Kooperation gesprochen und neue Wege für die Vertiefung der Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen unseren Völkern erörtert", schrieb Maduro nach dem Treffen am Mittwoch auf Twitter.

Das ölreiche südamerikanische Land steckt in einer schweren Krise. Korruption und Misswirtschaft haben die Wirtschaft zusammenbrechen lassen. Rund vier Millionen Menschen haben Venezuela seit 2015 verlassen. Menschenrechtler werfen der Polizei willkürliche Tötungen vor.

Einer der wichtigsten Verbündeten

Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten des immer stärker isolierten Venezuelas. Nach Angaben der venezolanischen Regierung haben die beiden Länder über 260 Abkommen über die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Verteidigung, Gesundheit und Landwirtschaft unterzeichnet.

Russland stützt Venezuela mit Milliardenkrediten. Zudem hat der russische Ölkonzern Rosneft massiv in das Ölgeschäft in Venezuela investiert. Er betreibt eine Reihe von Joint Ventures mit dem venezolanischen Energieunternehmen PDVSA und hält Anteile an vielen Förderprojekten im Land mit den grössten Erdölreserven der Welt.

Zahlreiche westliche Staaten, darunter die USA und auch Deutschland, haben hingegen Guaidó als rechtmässigen Übergangsstaatschef des südamerikanischen Krisenstaats anerkannt. Neuen US-Sanktionen setzen Maduro und viele Funktionäre aus seinem Umfeld weiter unter Druck.

Während die USA in der Vergangenheit ein militärisches Eingreifen in dem Machtkampf nicht ausschlossen, warnte Russland immer wieder vor einem solchen Schritt. Moskau befürchtet, dass Washington sich so in den Machtkampf einmischen und seinen Einfluss auf das ölreiche Land ausbauen könnte. Deshalb riefen russische Politiker immer wieder dazu auf, die Krise durch einen Dialog von Regierung und Opposition zu lösen.

Militär-technische Hilfe

Maduro könne weiter auf Hilfe im militär-technischen Bereich aus Russland bauen, hiess es. Konkret schicke Moskau Ersatzteile und helfe beim Aufbau von Reparaturanlagen, sagte Putin. "Alles läuft nach dem Zeitplan und strikt nach unseren Vereinbarungen."

Am Mittwoch sei ebenfalls eine weitere Gruppe russischer Militärexperten in Caracas eingetroffen, meldete die russische Agentur Interfax unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle.

Seit Beginn der Krise treffen sich regelmässig russische und venezolanische Politiker, um die Machtbasis von Maduro zu stärken. Maduro traf sich zuletzt 2017 mit Putin. Er betonte nach dem Besuch in Moskau, dass jetzt der beste Zeitpunkt für eine Konsolidierung der Beziehungen sei.

Maduro kann auf mehrere Staaten zählen

Russland ist nicht das einzige Land, das Venezuela unter dieser Führung in der Krise unterstützt. Maduro kann sich auch auf China, die Türkei, Kuba, Bolivien und Nicaragua sowie die Südafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft stützen. Zudem ist er bemüht, die letzten guten Beziehungen zu anderen Ländern zu festigen.

Deshalb reiste auch der Chef der regierungstreuen Verfassungsgebenden Versammlung und starker Mann in Venezuela, Diosdado Cabello, parallel zu Maduros Reise nach Nordkorea. Erst vor einem Monat wurde in Pjöngjang eine Botschaft Venezuelas eröffnet.

Cabello habe beim Empfang in Pjöngjang seinen Willen geäussert, "zusammen mit Nordkorea den sozialistischen Aufbau" voranzutreiben, hiess es in Berichten nordkoreanischer Staatsmedien. Er hoffe, dass "die aktivistische Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf der Strasse der anti-imperialistischen Unabhängigkeit" weiter wachse, wurde der Vorsitzende der Volksversammlung, Pak Thae Song, zitiert.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. September 2019 17:05
aktualisiert: 25. September 2019 17:14