Gesundheit

Macron fordert von Golfstaaten Beiträge zum Anti-Aids-Kampf

10. Oktober 2019, 12:56 Uhr
Der französische Präsident Macron (rechts) mit dem irischen U2-Sänger Bono (2. von links) in Lyon.
© KEYSTONE/AP AFP Pool/LUDOVIC MARIN
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat dazu aufgerufen, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mit ausreichenden Finanzmitteln auszustatten.

Während grosse Industriestaaten der G7-Gruppe wie die USA, Deutschland oder Frankreich sehr engagiert seien, mangle es an Beiträgen aus anderen Regionen, sagte Macron am Donnerstag in Lyon zum Abschluss der Geberkonferenz des Fonds.

Der französische Präsident nannte dabei Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate - diese Länder hätten "Möglichkeiten".

Macron sagte, die von ihm in Aussicht gestellte Gesamtsumme der Geber von 14 Milliarden US-Dollar für die kommenden drei Jahre sei bisher noch nicht völlig erreicht. Er forderte Anstrengungen von staatlichen und privaten Geldgebern. "Keiner verlässt Lyon, bevor wir die 14 Milliarden nicht zusammen haben", sagte Macron in seiner kämpferischen Rede unter Beifall von rund 700 Teilnehmern.

Schweiz erhöht Beitrag

Die Schweiz ist an der Geberkonferenz mit Aussenminister Ignazio Cassis vertreten. Sein Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilte mit, Cassis gebe in Lyon die Erhöhung des Schweizer Beitrags um 7 Millionen Franken gegenüber dem abgelaufenen Finanzrahmen bekannt. So erhält der Fonds von 2020 bis 2022 64 Millionen Franken an Bundesmitteln.

Cassis erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass er Mitte der 1980er-Jahre als Tessiner Kantonsarzt den Beginn der Aids-Epidemie in der Schweiz miterlebt habe. Seither habe die Präventionskampagne gewirkt, und es gebe erfolgreiche Medikamentenbehandlungen. In vielen ärmeren Ländern fehle das alles.

Jedes Jahr sterben 2,5 Millionen Menschen an Aids, Malaria oder Tuberkulose, hauptsächlich in Ländern mit niedrigerem Einkommen. Seit den 1880er-Jahren gibt es Fortschritte im Kampf gegen diese Krankheiten.

Das Risiko, dass sie wieder erstarken, besteht aber weiterhin. So nahm die Zahl der HIV-Neuinfektionen zwischen 2010 und 2017 in mehr als fünfzig Ländern zu. Alle zwei Minuten stirbt nach EDA-Angaben ein Kind an Malaria. Tuberkulose bleibt eine der tödlichsten Infektionskrankheiten. Die drei Krankheiten suchen vor allem arme Menschen heim.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria war 2002 auf Initiative der G8-Gruppe der grossen Industriestaaten und des damaligen Uno-Generalsekretärs Kofi Annan gegründet worden. Vor drei Jahren hatte eine Geberkonferenz in Montreal fast 13 Milliarden Dollar zusammenbekommen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. Oktober 2019 12:05
aktualisiert: 10. Oktober 2019 12:56