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Frankreich

Macron telefoniert mit Putin und Draghi wegen Afghanistan

20. August 2021, 05:38 Uhr
Angesichts der Krise in Afghanistan hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine enge internationale Zusammenarbeit in einem Telefongespräch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin eingefordert.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat wegen der Krise um Afghanistan Gespräche mit dem russischen Präsidenten Putin, mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi, dem britischen Premierminister Boris Johnson und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel geführt. (Archivbild)
© KEYSTONE/EPA AFP POOL/LUDOVIC MARIN / POOL

In dem über eineinhalbstündigen Telefonat mit Putin habe Macron insbesondere über vordringliche Erwartungen an die radikalislamischen Taliban gesprochen, wie der Elysée-Palast am Donnerstag mitteilte. Dazu zählten demnach der Kampf gegen den Drogen- und Waffenhandel, der Bruch mit internationalen terroristischen Bewegungen und der Respekt der Rechte von Frauen.

Die beiden Präsidenten hätten vereinbart, sich in den nächsten Tagen und Wochen eng abzustimmen - bilateral ebenso wie im Rahmen des Uno-Sicherheitsrates und der G20, teilte die französische Präsidentschaft weiter mit.

Gespräche auch mit Draghi

Zuvor hatte Macron demnach mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi ebenfalls eine enge Zusammenarbeit im Rahmen der EU vereinbart, um die Evakuierungsflüge für Europäer und Afghanen aus Kabul zu gewährleisten und um auf Konsequenzen der afghanischen Krise vorbereitet zu sein.

In dieser Woche hatte Macron auch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem britischen Regierungschef Boris Johnson gesprochen. Ein G7-Treffen ist für nächste Woche vorgesehen.

Bei dem Gespräch mit Putin forderte Macron zudem erneut eine Freilassung des in Russland inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny. Dessen Vergiftung in Russland jährt sich am Freitag zum ersten Mal.

Merkel reist nach Moskau

Merkel reist am Freitag zu Gesprächen mit Putin nach Moskau. Dabei soll es unter anderem auch um die Lage in Afghanistan gehen.

Die Taliban hatten am Sonntag nach der Eroberung mehrerer Provinzhauptstädte überraschend schnell die Macht in Kabul übernommen. Westliche Staaten arbeiten seitdem hektisch daran, vor allem ihre Staatsbürger und afghanische Ortskräfte in Sicherheit zu bringen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. August 2021 01:00
aktualisiert: 20. August 2021 05:38