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Grosser Zapfenstreich

Merkel ruft zum Kampf für Demokratie auf und wünscht sich Nina Hagen

3. Dezember 2021, 09:20 Uhr
Nach 16 Jahren im Amt beginnt für Kanzlerin Merkel nun das Abschiednehmen. Am Donnerstagabend wurde sie mit dem Großen Zapfenstreich geehrt. Sie wirkte während der Zeremonie doch mitgenommen und gerührt.
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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Bundeskanzlerin Angela Merkel rief in ihrer Rede zur Verteidigung der Demokratie gegen Hass, Gewalt und Falschinformationen auf. Überall da, wo wissenschaftliche Erkenntnis geleugnet, Verschwörungstheorien und Hetze verbreitet würden, müsse Widerspruch laut werden, sagte sie am Donnerstagabend beim Grossen Zapfenstreich zu ihren Ehren im Bendler-Block in Berlin. «Unsere Demokratie lebt auch davon, dass überall da, wo Hass und Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen erachtet werden, unsere Toleranz als Demokratinnen und Demokraten ihre Grenze finden muss.»

Kirchenlied und Nina Hagen

Mit dem Grossen Zapfenstreich verabschiedete sich die Bundeswehr von der CDU-Politikerin nach 16 Jahren im Amt. Die Zeremonie ist die höchste Würdigung der Streitkräfte und vor allem Bundespräsidenten, Kanzlern und Verteidigungsministern vorbehalten. Zuletzt hatte es vor dem Reichstagsgebäude einen Grossen Zapfenstreich zur Beendigung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr gegeben.

Wie alle auf diesem Weg Geehrte durfte sich Merkel drei Musikstücke aussuchen. Sie wünschte sich vom Stabsmusikkorps das Kirchenlied «Grosser Gott, wir loben Dich», den Chanson «Für mich soll’s rote Rosen regnen» von Hildegard Knef sowie den Schlager «Du hast den Farbfilm vergessen» von Nina Hagen. Die Punk-Sängerin hatte damit 1974 einen Hit in der DDR. Merkel studierte damals noch in Leipzig Physik.

Abschied nach 16 Jahren

Merkel verfolgte den Grossen Zapfenstreich im Sitzen und sichtlich gerührt. Coronabedingt konnten daran wesentlich weniger Gäste teilnehmen als üblich. Unter den Teilnehmern waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der designierte künftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Ihm und seiner Regierung wünschte Merkel in ihrer Rede vor Beginn der eigentlichen Zeremonie «alles, alles Gute und eine glückliche Hand und viel Erfolg«.

Die Kanzlerin betonte: «Die 16 Jahre als Bundeskanzlerin waren ereignisreiche und oft sehr herausfordernde Jahre. Sie haben mich politisch und menschlich gefordert. Und zugleich haben sie mich immer auch erfüllt.»

Merkel dankte auch ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie ihrer Familie für die Unterstützung in den Jahren ihrer Kanzlerschaft. Sie erinnerte zudem an diejenigen, die sich im selben Moment «mit all ihrer Kraft der vierten Welle der Pandemie entgegenstemmen». Merkel nannte Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Impfteams und Helfer der Bundeswehr und der Hilfsorganisationen. «Ihnen allen gebühren mein und unser aller besonderer Dank und höchste Anerkennung.»

(red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. Dezember 2021 21:16
aktualisiert: 3. Dezember 2021 09:20