Mindestens 13 Tote bei Zusammenstoss von Flüchtlingsboot mit Fähre

20. September 2015, 14:10 Uhr
Syrische Flüchtlinge erreichen die griechische Insel Lesbos.
Syrische Flüchtlinge erreichen die griechische Insel Lesbos.
© /AP/PETROS GIANNAKOURIS
Beim Zusammenstoss einer Fähre mit einem Schlauchboot mit 46 Flüchtlingen an Bord sind vor der türkischen Küste mindestens 13 Flüchtlinge ertrunken, 13 weitere wurden noch vermisst.

Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Dogan war das Boot am Sonntag auf dem Weg von Canakkale zur griechischen Insel Lesbos. Unter den Toten waren demnach auch vier Kinder. 20 weitere Insassen konnten geborgen werden. Welcher Nationalität die Flüchtlinge waren, blieb zunächst unklar.

Es ist bereits das zweite Unglück in der Ägäis binnen weniger Stunden. Zuvor war ein Boot mit vermutlich 46 Flüchtlingen kurz vor Lesbos in Schwierigkeiten geraten und gesunken. 20 der Passagiere konnten gerettet werden, die restlichen wurden noch vermisst. Unter ihnen sind nach Angaben der griechischen Nachrichtenagentur ANA ebenfalls Kinder.

Ungarn öffnete derweil einen Hauptgrenzübergang bei Röszke zusammen mit Serbien wieder. Die Innenminister beider Länder wohnten am Sonntag der Öffnung des Grenzübergangs Horgos-Röszke 1 bei. Dieser liegt an der Autobahn zwischen Belgrad und Budapest und etwa zwei Kilometer von dem weiterhin geschlossenen Übergang Horgos-Röszke 2 entfernt. Dort war es zu schweren Zusammenstössen zwischen Polizei und Flüchtlingen gekommen.

Die Probleme seien in Zusammenarbeit mit Serbien gelöst worden und die Bedingungen für eine Wiedereröffnung erfüllt, sagte der ungarische Innenminister Sandor Pinter.

Ungarn hatte vergangene Woche die Grenze nach Serbien durch einen Zaun und Stacheldraht vollständig abgeriegelt, so dass Flüchtlingen die Reise in das EU-Land versperrt wurde. Zudem traten neue Gesetze in Kraft, die mehrjährige Haftstrafen im Fall des illegalen Grenzübertritts vorsehen. Viele Flüchtlinge versuchen seither, über Kroatien in die EU zu gelangen.

Die österreichische Polizei verweigerte derweil Flüchtlingen die Einreise aus dem südlichen Nachbarland Slowenien. Wie ein Polizeisprecher im Bundesland Steiermark mitteilte, wurde etwa 100 Menschen in der Nacht auf Sonntag die Einreise am Grenzübergang Spielfeld verweigert.

Sie hatten demnach weder Asylersuchen vorgebracht noch Reisedokumente vorgewiesen. Die Polizei werde die Einwanderungsgesetze anwenden, solange der Andrang an Flüchtlingen bewältigbar sei, sagte der Sprecher. Die Grenze zu Ungarn hingegen ist weiter offen.

Nach Angaben des Roten Kreuzes kamen die meisten der etwa 13'000 Flüchtlinge, die am Wochenende nach Österreich einreisten, über diese Route. Am Sonntagmorgen befanden sich nach Polizeiangaben 7000 Menschen am österreichisch-ungarischen Grenzübergang Nickelsdorf.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 20. September 2015 03:03
aktualisiert: 20. September 2015 14:10