USA

Mindestens 26 Tote bei Waldbränden an US-Westküste - Viele Vermisste

12. September 2020, 14:16 Uhr
Feuerwehrleute überwachen einen kontrollierten Brand entlang der Nacimiento-Fergusson Road, um das Dolan-Feuer in der Nähe von Big Sur, einzudämmen. Foto: Nic Coury/AP/dpa
© Keystone/AP/Nic Coury
Bei den verheerenden Waldbränden an der Westküste der USA sind Medienberichten zufolge bisher mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. In Kalifornien, Oregon und Washington starben mindestens 26 Menschen, wie die Zeitung «USA Today» und der US-Sender CNN am Freitagabend (Ortszeit) übereinstimmend berichteten. Behörden befürchten demnach noch viel mehr Todesopfer.

Zehntausende Menschen waren in Oregon, wo die Feuer derzeit Behörden zufolge besonders schlimm wüten, auf der Flucht vor den Flammen. Dutzende Menschen galten dort als vermisst.

Waldbrände lodern insgesamt in einem Dutzend Staaten im Westen der USA, darunter in Utah, Wyoming, Arizona, Colorado oder Idaho, wie die Bundesbehörde National Interagency Fire Center mitteilte. Fast 28 000 Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte kämpften demnach in der gesamten betroffenen Region gegen die Flammen an. Auch mehr als 200 Soldaten halfen im Kampf gegen einen der Brandherde in Kalifornien mit. Die Luftqualität erreichte Ärzten zufolge im Westen ein gesundheitsschädliches Niveau, so CNN. Dies könne Menschen empfänglicher für das Corona-Virus machen, hiess es.

Alleine 20 Tote bestätigte die kalifornische Feuerbehörde Cal Fire am Freitag auf ihrer Webseite für den «Golden State». Fünf weitere Tote gab es laut «USA Today» demnach im nördlichen Nachbarstaat Oregon und einen in Washington.

In Oregon verhielten sich zahlreiche grosse Feuer «extrem», einige von ihnen breiteten sich auf grossen Flächen aus, hiess es auf der Webseite von National Interagency Fire Center weiter. In dem Bundesstaat hätten 40 000 Anwohner ihre Häuser verlassen müssen, teilte die Gouverneurin von Oregon, Kate Brown, am Freitag mit. 500 000 Menschen seien angewiesen worden, sich auf mögliche Evakuierungen vorzubereiten. Mehr als 4000 Quadratkilometer Land stehen Browns Angaben zufolge in Flammen.

Das ganze Ausmass der Zerstörung sei noch nicht bekannt, sagte Andrew Phelps von der Behörde für Katastrophenschutz. Es würden viele Todesopfer befürchtet, fügte er hinzu. In den letzten Tagen hätten die Behörden erst vier Todesfälle auf die Waldbrände zurückgeführt, berichtete das Portal «Oregonlive.com». In Oregon kämpften laut Feuerwehr-Chef Doug Grafe Einsatzteams derzeit gegen 16 grössere Brände an. Nach einer Hitzewelle mit starken Winden herrscht nun kühleres Wetter mit abflauenden Winden. Das helfe nun bei den Löscharbeiten, sagte Grafe.

Im dem südlich an Oregon grenzenden Bundesstaat Kalifornien waren am Freitag über 14 800 Feuerwehrleute gegen 28 grössere Feuer im Einsatz. In einer Brandzone im Bezirk Butte County knapp 300 Kilometer nördlich von San Francisco waren am Freitagabend noch 19 Menschen als vermisst gemeldet. Die Zahl der Toten könnte noch ansteigen. Die schwelenden Überreste seien vielerorts noch zu heiss, um die Gebiete gründlich abzusuchen, sagte Sheriff Kory Honea.

«Wir befinden uns in einer Klimakrise», erklärte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom am Freitag bei einem Ortsbesuch in den ausgebrannten Wäldern nahe der Ortschaft Oroville. Viele Wissenschaftler hätten diese Entwicklung schon vor Jahren vorausgesagt. Der Demokrat forderte zum verstärkten Kampf gegen den Klimawandel auf.

Nach Einschätzung von Experten verschärft der Klimawandel Trockenheit, Hitze und Wetterextreme, die zu heftigeren Waldbränden beitragen. 100 grosse Brände, die derzeit im Westen der USA wüten, hätten bereits mehr als 4,5 Millionen Acres (mehr als 18 210 Quadratkilometer) verbrannt, schreibt das National Interagency Fire Center weiter. Ein Grossteil davon betrifft Kalifornien. Dort brannte allein in diesem Jahr bereits eine Rekordfläche von mehr als 12 700 Quadratkilometern Land ab, wie Cal Fire am Freitag mitteilte. Schon jetzt zählen sechs der derzeitigen Brände zu den 20 grössten in der Geschichte Kaliforniens seit Beginn der Aufzeichnungen um 1930.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. September 2020 14:15
aktualisiert: 12. September 2020 14:16