Österreich

Mutmasslicher Drahtzieher des Ibiza-Videos muss in Haft

30. März 2022, 14:54 Uhr
In Österreich ist der mutmassliche Drahtzieher des Ibiza-Videos unter anderem wegen Drogenhandels zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.
ARCHIV - Das sogenannte «Ibiza-Video» sorgte 2019 für einen politischen Eklat in Österreich, nachdem der damalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gewisse Äußerungen in Richtung Korruption traf. Nun wurde der Privatdetektiv, der das Video mutmaßlich aufnahm, zu einer Haftstrafe verurteilt. Foto: -/Spiegel/Süddeutsche Zeitung/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
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Das Landgericht in St. Pölten sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Privatdetektiv 2017 und 2018 insgesamt 1,25 Kilogramm Kokain an insgesamt drei Orten in Niederösterreich, Salzburg und Oberösterreich an einen Bekannten übergeben hat. Der Strafrahmen betrug dafür bis zu 15 Jahre Haft. Ausserdem wurde er wegen Urkundenfälschung schuldig gesprochen.

Die Verteidigung meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Der 41-Jährige hatte jegliche Schuld bestritten. «Es gibt keine Sachbeweise», sagte er kurz vor dem Urteil. Der Angeklagte warf den Behörden einseitige Ermittlungen vor. Der Privatdetektiv gilt als Schlüsselfigur in der Ibiza-Affäre. Er soll den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache 2017 in ein Haus auf der spanischen Ferieninsel gelockt und dort dessen Äusserungen aufgezeichnet haben. In dem kurzen, im Mai 2019 veröffentlichten Zusammenschnitt wirkte Strache anfällig für Korruption. Er trat von allen Ämtern zurück, die ÖVP-FPÖ-Koalition zerbrach.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. März 2022 14:54
aktualisiert: 30. März 2022 14:54
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