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Afghanistan

Nato ruft Taliban in Afghanistan zu Stopp ihrer Angriffe auf

10. August 2021, 06:04 Uhr
Die Nato bewertet den gewaltsamen Vormarsch der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan als besorgniserregend.
Taliban-Kämpfer halten in der nordafghanischen Stadt Kundus Wache. Foto: Abdullah Sahil/AP/dpa
© Keystone/AP/Abdullah Sahil

Das hohe Mass an Gewalt der militant-islamistischen Taliban bei ihrer Offensive, darunter Angriffe auf Zivilisten und Berichte über Menschenrechtsverletzungen, sehe man mit «tiefer Sorge», teilte ein Nato-Offizieller der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Taliban müssten verstehen, dass die internationale Gemeinschaft sie nie anerkennen werde, wenn sie den politischen Prozess verweigerten und das Land mit Gewalt erobern wollten. «Sie müssen ihre Angriffe beenden und redlich an Friedensgesprächen teilnehmen.»

Der Konflikt lasse sich nicht militärisch lösen, hiess es weiter. Ein Friedensprozess unter afghanischer Führung müsse eine Waffenruhe und eine politische Lösung vorantreiben. Diese müsse insbesondere die Menschenrechte von Frauen, Kindern und Minderheiten wahren sowie sicherstellen, dass Afghanistan «nie wieder zum sicheren Hafen für Terroristen» würde. Die Nato rufe alle regionalen Akteure" dazu auf, konstruktiv dazu beizutragen, da alle von einem sicheren und stabilen Afghanistan profitieren würden.

Seit dem Beginn des Abzugs der internationalen Truppen Anfang Mai haben die Taliban massive Gebietsgewinne verzeichnet und erobern derzeit eine Provinzhauptstadt Afghanistans nach der nächsten. Trotz des alarmierenden Vormarsches hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan verteidigt. Auch die USA halten derzeit an ihren Abzugsplänen fest. Das Weisse Haus und das Pentagon betonen immer wieder, dass der Kampfeinsatz der US-Truppen in Afghanistan wie geplant in rund drei Wochen enden wird. Die Taliban hatten von 1996 bis zur US-geführten Intervention 2001 weite Teile Afghanistans unter ihrer Kontrolle.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. August 2021 04:35
aktualisiert: 10. August 2021 06:04