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Neonazis rufen zur Demo in Köthen auf

9. September 2018, 19:26 Uhr
Im deutschen Ort Köthen in Sachsen-Anhalt ist ein 22-jähriger Deutscher nach einem Streit mit Afghanen auf einem Spielplatz gestorben. Nun sind Demonstrationen angekündigt, die ein «zweites Chemnitz» ankündigen. Der Bürgermeister rät zur Vorsicht.
Die Polizei in Köthen wappnet sich gegen Gewalt an den Demonstrationen.
© Keystone

Die Polizei des Ortes Köthen muss sich auf einiges gefasst machen: Im Ort sind Demonstrationen angekündigt. Der Grund ist der Tod eines 22-jährigen Mannes an Samstag auf einem Spielplatz. Zwei Männer aus Afghanistan waren danach wegen Verdachts eines Tötungsdelikts  festgenommen worden, wie verschiedene deutsche Medien berichten.

Mehrere Demos angekündigt

Rechtsradikale Gruppen haben zu einem «Trauermarsch» am Sonntagabend aufgerufen, andere Gruppen wiederum wollen gegen die «rechte Hetze» demonstrieren.

Der Bürgermeister Bernd Hauschild (SPD) rät auf seiner Facebookseite davon ab, daran teilzunehmen, «da mir Informationen vorliegen, dass auch gewaltbereite Gruppen von ausserhalb Köthens in großer Zahl anreisen werden».

Streit auf dem Spielplatz

Köthen hat rund 26'000 Einwohner und liegt in der Nähe von Halle. Gemäss verschiedenen deutschen Medien kam es am Samstagabend zu einem Streit zwischen den zwei Festgenommenen und dem 22-jährigen Deutschen. Zuvor gab es eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Festgenommenen und einem weiteren Afghanen und einer schwangeren Frau. Es ging um die Frage, wer der Vater des Ungeborenen sei.

Zwei Deutsche mischten sich offenbar ein. Es kam zu einer Tätlichkeit, dabei wurde der 22-jährige verletzt und starb im Krankenhaus.  Todesursache war laut einem Bericht der «Mitteldeutschen Zeitung» aber nicht Gewalteinwirkung, sondern ein Herzinfarkt. Das sei das Ergebnis der Obduktion am Sonntag. Der junge Mann soll eine kardiologische Vorerkrankung gehabt haben.

Quelle: red.
veröffentlicht: 9. September 2018 19:26
aktualisiert: 9. September 2018 19:26