Nordkorea erklärt sich zu Gesprächen

25. Februar 2018, 13:52 Uhr
Südkoreas Präsident Moon Jae in (l) und der nordkoreanische General Kim Yong Chol trafen sich vor der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele (Archiv)
Südkoreas Präsident Moon Jae in (l) und der nordkoreanische General Kim Yong Chol trafen sich vor der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele (Archiv)
© KEYSTONE/EPA YNA/YONHAP
Nordkorea ist nach südkoreanischen Regierungsangaben zu Gesprächen mit den USA bereit. Das habe der nordkoreanische General Kim Yong Chol bei einem Treffen mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae In am Sonntag erklärt.

Südkoreas Präsident habe bei dem Gespräch betont, dass der Dialog zwischen Nordkorea und den USA «zu einem frühen Zeitpunkt» abgehalten werden müsse, um die innerkoreanischen Beziehungen zu verbessern und auch zu einer grundlegenden Lösung im Atomkonflikt zu kommen. Dies gab das südkoreanische Präsidialamt gemäss der Nachrichtenagentur Yonhap bekannt.

Die nordkoreanische Delegation hätte zugestimmt, dass sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA entlang den Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea entwickeln müssten. Nordkorea beabsichtige, einen Dialog mit den USA zu halten, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes laut Yonhap.

Die Delegationen beider Länder hatten sich vor der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zu einem einstündigen Gespräch getroffen. Der Empfang des Generals war in Südkorea heftig umstritten. Als früherer Auslandsgeheimdienstchef wird er für Provokationen und einen tödlichen Torpedo-Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff 2010 verantwortlich gemacht.

Der nordkoreanische General Kim führt die Delegation an, die Machthaber Kim Jong Un zu der Abschlussfeier und einer zweiten Runde innerkoreanischer Gespräche entsandt hat.

Von Seiten der USA ist die Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, mit einer Delegation angereist. Dazu gehört auch eine für Korea zuständige Vertreterin des Nationalen Sicherheitsrates der USA. Die Anwesenheit der Delegationen weckte Hoffnungen, es könnte zu einem ersten Treffen beider Seiten in dem Konflikt über das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm kommen.

Nach der Verhängung der neuen Sanktionen der USA übte das Aussenministerium in Pjöngjang allerdings scharfe Kritik. Ungeachtet der Annäherungspolitik von Kim Jong Un habe Trump die Spannungen damit wieder verschärft. Jede Art von «Blockade» werde als «kriegerische Handlung» betrachtet, zitierte Yonhap das nordkoreanische Aussenministerium.

Die Sanktionen zielten darauf ab, Nordkoreas Seehandel komplett zu blockieren, wurde in Pjöngjang beklagt. Wenn Korea durch dieses «rücksichtslose Vorgehen» an den Rand eines Krieges gedrängt werde, seien die USA verantwortlich für «alle Tragödien» in der Situation.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 25. Februar 2018 13:23
aktualisiert: 25. Februar 2018 13:52