Ukraine-Krieg

Österreich schliesst russische Sberbank Europe in Wien

2. März 2022, 06:40 Uhr
Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat am Dienstagabend der Europa-Tochter der russischen Sberbank, der Sberbank Europe AG mit Sitz in Wien, mit sofortiger Wirkung die Fortführung des kompletten Geschäftsbetriebes untersagt.
Die Finanzmarktaufsicht Österreichs hat die Geschäfte der Sberbank Europe mit Sitz in Wien im Zuge des Ukraine-Krieges untersagt. (Archivbild)
© KEYSTONE/EPA/SERGEI CHIRIKOV

Die Schliessung erfolgte auf Anweisung der Europäischen Zentralbank (EZB). Bereits seit Montag durfte die Bank gemäss einem damals über Nacht in Kraft gesetzten Moratorium der FMA keinerlei Auszahlungen, Überweisungen oder andere Transaktionen mehr durchführen.

Finanzexperten gehen davon aus, dass die Sberbank Europe AG (SRB) rasch in die Insolvenz schlittern dürfte. Ob und allenfalls wann ein solche Tatbestand erfüllt ist, soll ein von der FMA für das Institut als Aufpasser bestellter Regierungskommissar feststellen.

Die FMA hatte in der Nacht auf Montag ihr – im Zuge der Finanzsanktionen gegen Russland erfolgtes – Ein- und Auszahlungs-Moratorium damit gerechtfertigt, dass die Bank gemäss EZB in ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecke und wahrscheinlich ein Ausfall der Bank drohe.

Die Sberbank, die mehrheitlich vom russischen Staat kontrolliert wird, war eines der ersten Ziele der Finanzsanktionen gegen Moskau. Am Wochenende hatte der Westen russische Banken aus dem internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen und Sanktionen unter anderem gegen die russische Zentralbank erlassen.

Daraufhin kam es zu Massenabhebungen, die die Bank in Liquiditätsprobleme brachten. Die europäische Tochter hatte laut EZB zum Jahresende 2021 eine Bilanzsumme von 13,6 Milliarden Euro. Sie betreute rund 800'000 Kundinnen und Kunden und beschäftigte 3900 Menschen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. März 2022 06:40
aktualisiert: 2. März 2022 06:40
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