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Massive Hitzewelle

Ostschweizerin in Griechenland: «Wir haben enorme Angst vor Waldbränden»

5. August 2021, 07:57 Uhr
Eine massive Hitzewelle beherrscht Griechenland seit vergangener Woche, die Temperaturen steigen über 45 Grad. Die Altstätterin Ursula Schönenberger befindet sich zurzeit in ihrem Ferienhaus in Pylos auf der Halbinsel Peloponnes. Wie geht sie mit der Hitze um?
In der Nähe von Athen, in der Region Varibobi, brennt der Wald, die Feuerwehr ist mit Löschhelikoptern unterwegs.
© Keystone

«43 Grad und kein Wind – kommt man aus dem Haus, ist es, als ob man in eine Wand laufen würde», sagt Ursula Schönenberger am Telefon zu FM1Today. Seit 27 Jahren besitzt sie ein kleines Ferienhaus oberhalb des Ortes Pylos. Doch eine solche Hitze ist auch für sie neu: «Das ist nicht angenehm, wir hoffen einfach, dass es bald aufhört.» Auch für die Einheimischen aus dem Dorf sind die derzeitigen Temperaturen aussergewöhnlich und belastend: «Viele sagen, dass sie hier noch nie eine solch extreme Hitzewelle erlebt haben», so Schönenberger.

Ursula Schönenberger aus Altstätten besitzt seit 27 Jahren ein Ferienhaus in Griechenland – eine solche Hitze hat sie aber noch nie erlebt.
© zVg

Seit Monaten kein Regen in der Region

Der Mittelmeerraum wird seit letzter Woche von einer starken Hitzeperiode heimgesucht. In Italien, Griechenland und in der Türkei werden Temperaturen bis zu 45 Grad gemessen – Regen gab es teils seit Monaten nicht mehr. Auch nachts sinkt die Temperatur teilweise nicht unter 30 Grad. An vielen Orten brennen die Wälder lichterloh. Und dies ist auch Schönenbergers grösste Angst: «Man kann sich nicht vorstellen, wie trocken es hier ist. Es hat monatelang nicht geregnet und die Waldbrandgefahr ist enorm – eine weggeworfene Zigarette könnte bereits reichen.» Ihre Angst ist nicht unbegründet: Am Mittwoch ist auf der Halbinsel Peloponnes in der Nähe der Ortschaft Olympia Feuer ausgebrochen und auch in der Nähe von Athen kam es zu Waldbrandausbrüchen.

Pylos auf der Halbinsel Peloponnes.
© Screenshot GoogleMaps

Regierung ruft zum Stromsparen auf

Zurzeit befinden sich ihre Grosskinder bei ihr in den Ferien. «Mit ihnen können wir nur ganz früh ans Meer und bleiben praktisch drei Stunden im Wasser. Danach sind wir zu Hause unter der Klimaanlage und können nur lesen und Spiele machen.»

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Quelle: CH Media Video Unit

Neben der Waldbrandgefahr droht aber auch ein Blackout. «Die griechische Regierung hat die Bevölkerung angewiesen, möglichst wenig Strom zu verbrauchen. Heisst: Weder backen noch kochen und nur das Nötigste waschen. Auch die Klimaanlage soll möglichst wenig stark eingestellt werden.» Immerhin: «Wir haben auch Glück: Wasser ist bis anhin genug da und Gemüse und Obst gibt es reichlich auf dem Markt.»

Schönenberger bedauert alle, die derzeit ihre Ferien in der Region verbringen, weil sie «in dieser Hitze nichts unternehmen können». Doch schlimmer sei wohl die Situation für viele ältere Personen im Dorf, die zum Teil keine Klimaanlage in der Wohnung haben. «Diese leiden wirklich sehr.»

(con/agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. August 2021 07:25
aktualisiert: 5. August 2021 07:57