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Grossbritannien

Paul Givan soll neuer Regierungschef von Nordirland werden

8. Juni 2021, 15:46 Uhr
Paul Given, der neu ernannte Erste Minister von Nordirland, im Gespräch mit den Medien. Der Chef der führenden Protestantenpartei DUP, Poots, schlug den 39-Jährigen als Nachfolger von Foster vor, die das Amt bald aufgibt. Foto: Liam Mcburney/PA Wire/dpa
© Keystone/PA Wire/Liam Mcburney
Der Abgeordnete Paul Givan soll neuer Regierungschef der britischen Provinz Nordirland werden. Der Chef der führenden Protestantenpartei DUP, Edwin Poots, schlug den 39-Jährigen am Dienstag als Nachfolger von Arlene Foster vor, die das Amt bald aufgibt.

Er soll den Posten am kommenden Montag übernehmen. Givan sagte, mit dem Amt gehe eine «riesige Verantwortung» einher.

Er arbeitet bereits seit rund 20 Jahren mit Poots zusammen und liegt auch von den Positionen nahe bei seinem Mentor, der als evangelikaler Hardliner gilt und die Evolutionstheorie ablehnt. Der Vater von drei Töchtern war bereits vorübergehend Kabinettsmitglied in Nordirland.

Zudem besetzt Poots mehrere Ministerposten neu - Grund ist ein erbitterter Streit innerhalb der Democratic Unionist Party (DUP). Foster hatte Ende April nach heftigem internem Druck ihren Rückzug als Regierungschefin wie auch als Parteivorsitzende angekündigt, mehrere ranghohe Mitglieder traten daraufhin ebenfalls zurück.

Die nordirische Regionalregierung wird von den jeweils stärksten Parteien der beiden konfessionellen Lager geführt. Vize-Regierungschefin Michelle O'Neill von der katholisch-republikanischen Sinn Fein gilt dabei als gleichberechtigt mit dem sogenannten First Minister.

Zuletzt hatten die Spannungen in der ehemaligen Bürgerkriegsregion wieder zugenommen. Grund ist vor allem der Brexit. So fühlen sich viele, meist protestantische Anhänger der Union mit Grossbritannien durch die Regelungen vom Rest des Vereinigten Königreichs abgekoppelt. Das sogenannte Nordirland-Protokoll soll eine harte Grenze zum EU-Mitglied Republik Irland verhindern, allerdings kommt es dadurch zu Problemen im Handel mit Grossbritannien.

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Juni 2021 15:45
aktualisiert: 8. Juni 2021 15:46