Tirol

Polizei-Sondereinheit tötet Kuh mit sieben Schüssen

16. Dezember 2019, 08:07 Uhr
Thumb for ‹Cobra Einsatz wegen entlaufener Kuh›
Die Tierschützer toben: Diese Woche erschossen Cobra-Polizisten im Tirol eine Kuh mit sieben Schüssen. Eine unnötige «Wild-Westmethode»? Über das wird jetzt bei unseren Nachbarn heftigst diskutiert.

Kurz vor dem Schlachthof gelingt einer Kuh am Mittwoch in Matrei am Brenner im Tirol die Flucht. Sie verletzt dabei einen Mann und rennt auf die nahegelegenen Bahngleise. Die Polizei wird verständigt. Und da die Polizei-Sondereinheit Cobra sowieso gerade in der Region unterwegs war, übernahm diese den Fall. Normalerweise kommt die Cobra bei wirklicher Gefahr, wie zum Beispiel einer Geiselnahme zum Einsatz.

Sieben Schüsse auf die Kuh

Bei der Cobra-Einheit heisst es: «Menschen und der Schienen- und Strassenverkehr hatten für die Beamten oberste Priorität.» Deshalb erschossen die Polizisten das Tier in Absprache mit dem Besitzer. «Der Beamte gab fünf Schüsse aus der Ferndistanz auf den hinteren Schädel- und Nackenbereich und zwei Schüsse aus der Nahdistanz auf die Stirn ab, wodurch das Tier verendete», wurde der Vorgang von der Polizei-Sonderabteilung beschrieben.

«Ein Armutszeugnis»

Nun hagelt es Kritik: Vor allem aus Tierschutzkreisen. Die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» schreibt in einer Mitteilung, dass das Tier von einem Tierarzt oder der Wildhut hätte betäubt werden müssen. Dass sich die Polizisten nicht anders zu helfen gewusst haben, ist für die Tierschützer ein «Armutszeugnis». Aber nicht nur Tierschutz-Organisationen kritisieren den Vorfall im Tirol. Nachdem ein Video im Internet aufgetaucht ist, wird der Fall auch im Netz heftig diskutiert.

(red)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. Dezember 2019 15:52
aktualisiert: 16. Dezember 2019 08:07