Fall Epstein

Präsident von MIT räumt Dankesschreiben an Epstein ein

13. September 2019, 08:03 Uhr
Seine Eliteuniversität nahm Geld des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein an: Rafael Reif, Präsident des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). (Archivbild)
Seine Eliteuniversität nahm Geld des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein an: Rafael Reif, Präsident des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/STEPHAN SAVOIA
Der Präsident des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine finanzielle Unterstützung der Uni durch den als Sexualstraftäter verurteilten US-Multimillionär Jeffrey Epstein eingeräumt. Die Spende erfolgte vier Jahre nach Epsteins Verurteilung.

MIT-Präsident Rafael Reif teilte am Donnerstag auf der Website der Elite-Universität mit, er sei von Anwälten, die die Verbindungen zwischen dem MIT und Epstein untersuchten, darauf hingewiesen worden, dass er ein Dankesschreiben an Epstein unterschrieben habe.

"Ich habe offensichtlich diesen Brief am 16. August 2012 unterschrieben, etwa sechs Wochen nach Beginn meiner Leitung. Obwohl ich mich nicht daran erinnern kann, trägt er meine Unterschrift", erklärte Reif.

Der Investmentbanker war 2008 wegen der Prostitution junger Frauen zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt worden und wurde seitdem als Sexualverbrecher geführt. Er soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben.

Nach einer erneuten Festnahme wurde der 66-Jährige am 10. August dieses Jahres tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm er sich das Leben. Bei einer Verurteilung hätten dem US-Multimillionär, der gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

Mehrere Angestellte der MIT-Verwaltung hätten von Spenden gewusst, die Epstein der Universität zwischen 2013 und 2017 habe zukommen lassen, erklärte Reif in dem Brief. Sie hätten den - inzwischen zurückgetretenen - Direktor des Forschungsinstituts Media Lab, Joi Ito, gebeten sicherzustellen, dass der Spender anonym bleibe, damit Epstein diese nicht zur Wiederherstellung seines Rufs nutzen könne.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. September 2019 02:40
aktualisiert: 13. September 2019 08:03