Menschenrechte

Pussy-Riot-Frau zieht aus Politik Kraft für Kunst

4. November 2019, 11:26 Uhr
Nadeschda Tolokonnikowa, Gründerin der Punk-Band Pussy Riot, setzt auf den andauernden Kampf gegen autoritäre Strukturen in Russland, aber auch in den USA. Kurz vor ihrem 30. Geburtstag sagt sie: "Der Preis unserer Freiheit ist hoch." (Archivbild)
Nadeschda Tolokonnikowa, Gründerin der Punk-Band Pussy Riot, setzt auf den andauernden Kampf gegen autoritäre Strukturen in Russland, aber auch in den USA. Kurz vor ihrem 30. Geburtstag sagt sie: "Der Preis unserer Freiheit ist hoch." (Archivbild)
© Keystone/DPA/KAY NIETFELD
Die Moskauer Aktionskünstlerin Nadeschda Tolokonnikowa von der Punkband Pussy Riot zieht aus der Politik in Russland und den USA viel Energie für ihre Kunst.

"Wir kämpfen hier gegen einige der wohl einflussreichsten Menschen auf diesem Planeten. Sie werden nicht einfach von der Macht lassen." Das sagte sie kurz vor ihrem 30. Geburtstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei auch nicht absehbar, dass in Russland Präsident Wladimir Putin und sein Machtapparat einfach verschwinden.

Tolokonnikowa, die wegen einer Protestaktion gegen Putin in einer Kirche schon im Straflager sass, gilt als Frontfrau der oft mit bunten Strumpfmasken auftretenden feministischen Punkband Pussy Riot. Die Band gibt international Konzerte und sorgt immer wieder mit radikaler Videokunst für Aufsehen.

Auch in den USA, wo Tolokonnikowa ein Video gegen Rassismus und Sexismus unter US-Präsident Donald Trump drehte, ist die Frauengruppe bekannt - auch aus der Serie "House of Cards".

Der Kampf gegen autoritäre Strukturen müsse weitergehen, sagte Nadya Tolokno, wie sie sich in sozialen Netzwerken nennt. "Das ist schmerzhaft. Das ist hart. Und der Preis unserer Freiheit ist hoch." Es gebe aber keinen anderen Weg.

Trotz des Erfolgs von Pussy Riot international und obwohl die Repressionen in Russland Menschenrechtlern zufolge zunehmen, sieht sie ihre Heimat weiter als den spannendsten Ort. "Die Politik ist eindeutig die grösste Energiequelle für mein künstlerisches Schaffen."

Quelle: sda
veröffentlicht: 4. November 2019 11:10
aktualisiert: 4. November 2019 11:26