Schweden sollen schriftliche Sex-Erlaubnis einholen

Stephanie Martina, 19. Dezember 2017, 16:51 Uhr
Schwedische Männer müssen künftig vor dem Sex aktiv die Zustimmung ihrer Partnerin einholen
Schwedische Männer müssen künftig vor dem Sex aktiv die Zustimmung ihrer Partnerin einholen
© iStock
Die #metoo-Kampagne gegen sexuelle Übergriffe nimmt in Schweden ein gigantisches Ausmass an: Eine Gesetzesänderung will, dass Männer ihre Partnerin vor dem Liebesspiel ausdrücklich um Erlaubnis bitten müssen – am besten schriftlich.

In Schweden reicht es künftig nicht mehr, wenn Frauen ihrem Partner mit einem «Nein» oder mittels Körpersprache verklickern, dass sie keinen Sex möchten. Die Regierung will mit einer Gesetzesänderung erreichen, dass der Mann die Frau in Zukunft aktiv um Erlaubnis bitten muss. Tut er das nicht, droht ihm eine Verurteilung wegen Vergewaltigung – auch wenn es dafür keine Anzeichen wie Gewalt oder Drohungen gibt.

Wie die «Schweriner Volkszeitung» schreibt, soll eine mündliche Erlaubnis ausreichen. Schweden, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten sich die Genehmigung aber schriftlich geben lassen. Im Ernstfall steht sonst nämlich Wort gegen Wort. Das neue Gesetz gilt sowohl für Paare, die sich relativ unbekannt sind als auch für langjährige Beziehungen.

Schwedens Premier Stefan Löfven erklärte in seiner Weihnachtsrede, dass hinter dem Gesetz eine einfache Botschaft stecke: «Du musst dich bei der Person, mit der du Sex haben willst, erkundigen, ob sie Sex haben will. Wenn du dir unsicher bist, musst du es lassen. Sex muss freiwillig sein.» Er sagte zudem, dass durch das Gesetz mehr sexuelle Handlungen als Vergewaltigung eingestuft werden sollen als bis anhin. Das neue – weltweit wohl einzigartige – «Einverständnis-Gesetz» soll am 1. Juli 2018 in Kraft treten.

Stephanie Martina
Quelle: red.
veröffentlicht: 19. Dezember 2017 16:51
aktualisiert: 19. Dezember 2017 16:51