1 Toter, 9 Verletzte

Schwerer Unfall mit Test-BMW – Hersteller widerspricht Polizei

16. August 2022, 14:19 Uhr
Bei einem schweren Verkehrsunfall mit einem BMW-Testauto im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist ein Mann ums Leben gekommen. Die Polizei ging zuerst von einem autonom fahrenden Auto aus, BMW dementiert dies aber.

Am Montagnachmittag ist es auf der B28 bei Römerstein nahe Reutlingen in Baden-Württemberg zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Zehn Rettungswagen, vier Helikoptern und 15 Fahrzeuge der Feuerwehr waren laut «Südwestpresse» vor Ort im Einsatz. Eine Person starb bei dem Unfall, neun weitere wurden schwerverletzt. Darunter soll sich auch ein eineinhalb Jahre altes Mädchen befunden haben. Die Verletzten sind in verschiedene Spitäler eingeliefert worden.

Polizei spricht von autonomem Auto

Das unfallverursachende Auto soll ein E-Testfahrzeug für autonomes Fahren gewesen sein, wie die Polizei zunächst berichtete. Diese ermittelt nun, ob der 43-jährige Fahrer manuell gesteuert hat oder die Automatik aktiv war. Warum das Fahrzeug nach links in den Gegenverkehr kam, ist bislang nicht geklärt.

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Dort habe das E-Testauto das entgegenkommende Fahrzeug gestreift, welches daraufhin auf die Gegenfahrbahn geriet und mit einem dritten Fahrzeug frontal zusammenprallte. Dessen Motorraum habe sofort gebrannt. Das erste Auto stiess dann mit einem entgegenkommenden vierten Auto zusammen, wie es weiter heisst.

Die Strecke wurde für mehrere Stunden voll gesperrt. Alle involvierten Fahrzeuge erlitten einen Totalschaden. Der Gesamtschaden soll sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 170'000 Euro belaufen.

BMW widerspricht Polizei-Darstellung

BMW, der Hersteller des Testautos, widerspricht aber nun der Version der Polizei: Es sei kein autonom fahrendes Auto gewesen. Im Statement des Autobauers heisst es: «Das Fahrzeug verfügt über Fahrerassistenzsysteme der Stufe 2, die heute bereits in Serienfahrzeugen verbaut sind und die Fahrerin und den Fahrer auf Wunsch unterstützen. Bei Level-2-Fahrzeugen bleibt die Fahrerin oder der Fahrer grundsätzlich immer in der Verantwortung.»

Erst bei Autos mit einem Fahrassistenzsystem der Stufe 3 darf der Fahrer das Fahren unter bestimmten Voraussetzungen vollständig an das Auto delegieren, schreibt Focus.de. BMW schreibt weiter: «Derzeit sind wir dabei, die genauen Umstände zu untersuchen. Selbstverständlich stehen wir dazu im engen Austausch mit den Behörden. Fest steht bereits: Das beteiligte BMW-Fahrzeug war kein autonom fahrendes Fahrzeug.»

(sib)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 16. August 2022 13:09
aktualisiert: 16. August 2022 14:19
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