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Weltbank

System der sozialen Sicherheit auf dem Prüfstand

30. September 2021, 06:28 Uhr
Die Chefökonomin der Weltbank, Carmen Reinhart, rechnet damit, dass Staaten ihre hohe Verschuldung durch höhere Steuern abzubauen versuchen.
Carmen Reinhart, Chefökonomin der Weltbank, rechnet mit höheren Inflationsraten, vor allem in Ländern mit hohen Schuldenbergen. (Archivbild)
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Die Staaten dürften ihr System der sozialen Sicherheit überarbeiten. "Denn wir sind bei weitem nicht so wohlhabend, wie wir glaubten, als wir diese vielen sozialpolitischen Versprechen abgaben, sagte Reinhart in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Sie gehe nicht davon aus, dass das System der sozialen Sicherheit zusammenbrechen werde. Aber die Staaten dürften die Qualität der Leistung herunterfahren. Das sei politisch einfacher und weniger transparent. Daher sei ja auch die finanzielle Repression, die dauerhafte Durchsetzung negativer Realzinsen, so beliebt.

Reinhart rechnet damit, dass die Staaten versuchen werden, die Schulden durch eine höhere Inflation zu senken. Seit der Finanzkrise von 2008 und erst recht seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie verfolgten die Notenbanken zwei Asymmetrien: Erstens erfolgten die Lockerungen der Geldpolitik bedeutend aggressiver als die Drosselungen. Und zweitens liessen sie sich bei der Drosselung sehr viel mehr Zeit. Zusammen sei das ein Rezept für höhere Inflation.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. September 2021 06:15
aktualisiert: 30. September 2021 06:28