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Norwegen

Terrorakt: Fünf Tote nach Attacke mit Pfeil und Bogen – was wir wissen

14. Oktober 2021, 13:48 Uhr
In Norwegen sind fünf Personen bei einer Gewalttat ums Leben gekommen, zwei Personen sind verletzt worden. Ein Schütze hatte mit Pfeil und Bogen auf Menschen geschossen, so die Polizei.
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Quelle: CH Media Video Unit / AP Video / Melissa Schumacher

Was wir über die Attacke in Norwegen wissen...

  • Ein Mann hat um 18.15 Uhr in Kongsberg, einer Stadt in der Nähe von Oslo, mit Pfeil und Bogen auf Leute geschossen.
  • Der Mann hatte sich dann in den Westen der Stadt begeben. Deshalb gibt es mehrere Tatorte, wie die Polizei sagt.
  • Ein Teil der Attacke fand in einer Coop-Filiale statt. Keiner der Mitarbeiter wurde verletzt.
  • Bei der Gewalttat sind fünf Menschen getötet worden, darunter vier Frauen und ein Mann im Alter zwischen 50 und 70 Jahre alt. Zwei Personen wurden verletzt.  
  • Der Vorfall ereignete sich am Vorabend des Regierungsantritts des neuen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre.
  • Laut NTB, der grössten Nachrichtenagentur Norwegens, wurde das Notfall-Team der Polizei, sowie Helikopter, Bombenexperten und viele Polizeiautos nach Kongsberg geschickt.
  • Der Mann, der auf die Leute geschossen hat, konnte eine halbe Stunde nach der Tat festgenommen werden. Es handelt sich um einen 37-jährigen Dänen aus Kongsberg. Er sei radikalisiert und zum Islam konvertiert, wie die Polizei am Donnerstagmorgen bestätigt und war der Polizei bereits bekannt gewesen. Der Mann hat die Tat inzwischen gestanden.
  • Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Am frühen Donnerstagnachmittag sprach die Polizei jedoch von einem Terroranschlag. 

Alarm im Supermarkt, dann Polizeiautos und Rettungswagen

Eine Einwohnerin von Kongsberg sagte der Nachrichtenagentur NTB, sie habe gehört, wie der Alarm in einem Supermarkt losgegangen sei. Dabei habe sie sich nicht viel gedacht. Dann jedoch habe sie auch Polizeiautos und Rettungswagen gehört. Die Polizei habe am Abend mit Taschenlampen Garagen und Hinterhöfe im Stadtzentrum abgesucht.

Norwegens scheidende Ministerpräsidentin Erna Solberg zeigte sich «erschüttert» von der Tat. «Unsere Gedanken gehen zuallererst an die Betroffenen und ihre Angehörigen», sagte Solberg am späten Mittwochabend auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Oslo. Sie wird am Donnerstag nach ihrer Wahlniederlage vor einem Monat von dem Sozialdemokraten Jonas Gahr Støre an der Regierungsspitze abgelöst. Auswirkungen auf den Regierungswechsel habe die Tat nicht, sagte Solberg.

«Die Meldungen, die heute Abend aus Kongsberg kommen, sind grauenvoll», sagte Solberg. «Der Täter hat furchtbare Handlungen gegen mehrere Menschen begangen. Das ist eine sehr dramatische Situation, die die Gemeinschaft in Kongsberg hart trifft.» Es sei wichtig, zu unterstreichen, dass man noch nichts Genaueres zu dem Vorfall wisse.

Auch Kongsbergs Bürgermeisterin Kari Anne Sand hatte sich fassungslos gezeigt. «Das ist eine Tragödie für alle Betroffenen. Mir fehlen die Worte», sagte sie der norwegischen Zeitung «Verdens Gang».

Der Regierungschef im benachbarten Schweden, Stefan Löfven, schrieb auf Twitter, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. Es handele sich um einen «furchtbaren Angriff».

Keine Änderung der Bedrohungslage im Land

Wegen des Vorfalls wurde die Polizei vorübergehend bewaffnet, wie das Polizeidirektorat am späten Abend mitteilte. Es handele sich um eine Bereitschaftsmassnahme - vorläufig gebe es keine Hinweise für eine Änderung der Bedrohungslage im Land. Auch der norwegische Geheimdienst PST wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Der Vorfall weckt schlimme Erinnerungen: Vor zehn Jahren erlebte Norwegen den schwersten Terroranschlag seiner modernen Geschichte. Am 22. Juli 2011 zündete der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel eine in einem weissen Transporter versteckte Bombe und tötete dabei acht Menschen.

Danach fuhr er zur etwa 30 Kilometer entfernten Insel Utøya, wo er sich als Polizist ausgab und das Feuer auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jährlichen Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei eröffnete.

69 Menschen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, kamen auf Utøya ums Leben. Breivik nannte rechtsextreme und islamfeindliche Motive für seine Taten. Er wurde im August 2012 zu der damaligen Höchststrafe von 21 Jahren mit einer Mindesthaftzeit von zehn Jahren verurteilt.

(sda/vro)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 13. Oktober 2021 21:09
aktualisiert: 14. Oktober 2021 13:48